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DIE COLONIA GÜELL Eine Arbeitersiedlung als Freilicht Museum
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DIE COLONIA GÜELL
Eine Arbeitersiedlung als Freilicht Museum

   

von Friederike Reth

Die Krypta in der Colònia Güell ist eine Krypta für alle Sinne. Man möchte sie bestaunen und befühlen, über die schroffen wie die glatten Oberflächen fahren, durch die niedrigen Gewölbe kriechen und prüfen, ob die schiefen Säulen wirklich, wirklich alles stützen können. Der glatten Oberfläche der philippinischen Weihwassermuscheln nachfahren und den Weg nachträumen, den sie wohl einst durchs Meer machten.

Ca l'Espinal
Ca l'Espinal
© Canaan / wikipedia


Man möchte die Mosaiken über der Tür nicht nur betrachten sondern möglichst auch begreifen. Das Farbspiel der Mosaikfenster beobachten, den schroffen Backstein befühlen, sich in die, ebenfalls von Gaudí gestalteten Bänke setzen und das Dach, das sich wie eine riesige aufgeklappte Muschel über die Krypta spannt, bestaunen.

Die Krypta ist das Herzstück, das bekannteste Bauwerk der ehemaligen Arbeiterkolonie. Fortschrittlich und formschön, so könnte das Konzept der Colònia Güell vor ihrem Bau 1890 gelautet haben. Etwa 15 Kilometer außerhalb von Barcelona, in Santa Coloma de Cervelló, wurde zwischen Weizenfeldern und Pinien eine Arbeitersiedlung gebaut, die nicht aus engen Straßen und winzigen Häusern besteht, aus Gebäudereihen, in denen die Arbeiter in ihrer wenigen freien Zeit eingepfercht wurden. Stattdessen wurde eine Siedlung errichtet, die mit Textilfabriken und komfortablen Einfamilienhäusern einen gewissen Komfort bot für die Arbeiter und deren Familien. Schulen für die Kinder, Theater für die Freizeit und eine Einkaufsgenossenschaft garantierte günstige Versorgung und erleichterten das Leben.


Krypta
Krypta
© Canaan / wikipedia

 

Mosaik der Krypta
Mosaik der Krypta
© Till F. Teenck / wikipedia

Geschichte der Colònia Güell
Verschiedene Architekten des Modernisme waren für den Bau der Colònia verantwortlich, der Bekannteste unter ihnen ist Antoni Gaudi i Cornet, hervorzuheben sind aber auch Francesc Berenguer i Mestres und Joan Rubió i Bellver.

Letzterer ist für eines der auffälligsten Gebäude der Colònia verantwortlich, für die Ca l’Espinal. Einst das Haus des Verwalters der Fabrik, ist es heute ein Privatgebäude. Charakteristisch für die Ca l’Espinal ist der Erker in Form eines mittelalterlichen Turmes.
Joan Rubió i Bellver wirkte gemeinsam mit Francesc Berenguer i Mestres auch am Bau des Hauses der Einkaufsgenossenschaft mit. Hier konnten die Anwohner alle Lebensmittel des täglichen Bedarfs erwerben. Das Gebäude gehörte zwar der Fabrik, die Genossenschaft wurde aber unabhängig von den Arbeitern selbst organisiert. Das Gebäude fügt sich mit seiner Architektur in den Stil der Colònia ein, bezaubert aber den Betrachter mit Elementen mittelalterlicher Burgen.

1891 wurde das Erste der vielen Gebäude in Betrieb genommen. Die Arbeiter lebten und arbeiteten in der Siedlung und sorgten dafür, dass sich die Bevölkerung in Samt und Cord kleiden konnte. Während des Spanischen Bürgerkrieges von 1936 – 1939 übernahmen die Arbeiter das Kommando über die Fabrik. Nach Beendigung des Krieges und mit der Machtergreifung Francos 1939, wurde sie der Familie Güell zurückgegeben, die die Fabrik schließlich 1945 verkaufte. Die Produktion ging dennoch weiter, bis die Werke 1973 auf Grund einer Textilkrise geschlossen wurden. Seitdem gab es verschiedene Pläne zur Nutzung der Colònia.
Auf dem seit 1990 unter Denkmalschutz stehenden Gelände leben heute noch etwa 800 Personen.

 

Unvollendet blieb jedoch die Kirche der Colònia Güell. Zwar erhielt Gaudí bereits 1898 den Auftrag für die Konstruktion der Kirche, aber erst nach einer etwa zehnjährigen Planungsphase begann daraus Realität zu werden. Aus Kostengründen wurde der Kirchenbau nie fertig gestellt. Gaudí legte 1915, nach sieben Jahren, die Arbeit nieder.
Die Kirche sollte aus einem unteren und einem oberen Kirchenschiff bestehen, mehreren seitlichen Türmen und einem 40 Meter hohen Kuppelgewölbe. Lediglich das untere Kirchenschiff, heute Krypta genannt, wurde errichtet. Einziger zu besichtigender Teil ist heute ausgerechnet der Teil der Kirche, den man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt.

Architektur in und mit der Natur
Gaudí konzipierte die Krypta als Teil der natürlichen Umgebung. Die verschiedenen Ebenen der Kirchenschiffe passen sich der Neigung des Hügels an, die verwendeten Materialien wie Backstein, Keramik und Naturstein spiegeln die Farben der Natur wieder. „Ich kann eine Treppe in drei Wochen bauen, aber eine Pinie braucht zehn Jahre, um zu wachsen“, lautete Gaudís Kommentar, nachdem er eine Treppe versetzte, um eine Pinie zu schützen. Auch im Inneren der Krypta verwendete Gaudí Elemente der Natur. Zwei Muscheln von den Philippinen dienen als Weihwasserbecken, die 28 Säulen mit verschiedenen Durchmessern holen die Bäume vor der Krypta zumindest optisch auch ins Innere. Doch so krumm sie auch da stehen, Basalt, Kalkstein, Glas und verschiedene Mörtelarten sorgen dafür, dass der Bau sowohl den statischen, als auch den dekorativ-symbolischen Anforderungen gerecht wird. Der bekannte Architekt Lord Norman Foster sagte über Gaudís Bauweise: „All die Formen, von denen wir glauben, wir könnten sie erst heute mit dem Computer schaffe, beherrschte Gaudí schon.“

 


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