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LICHTKUNST IM RUHRGEBIET
Vom Pott und seiner strahlenden Erleuchtung

   

von Hanna Halbritter

Lichtkunst
Faszination Licht – schon seit Jahrhunderten ist die Beschäftigung mit Hell und Dunkel, Licht und Schatten aus der bildenden Kunst nicht wegzudenken. Doch durch die Auseinandersetzung mit dem künstlichen Licht, beispielsweise mittels technischer Neuheiten in der Leuchtröhren- und Lichtindustrie, entstand Mitte des 20. Jahrhunderts eine neue, eigenständige Kunstgattung: die Lichtkunst.

Das physikalische Phänomen Licht als Medium und Werkstoff sorgt für Aufmerksamkeit und wird von den zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern zumeist in Form von künstlichem Licht in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten gerückt. In Abgrenzung zu Illumination und Leuchtreklame ist die Lichtkunst als Kunstform anzusehen, die mit den technischen Möglichkeiten von Licht einen sinnlichen Denk- und Erfahrungsraum erschaffen will. Um die volle Wirkung entfalten zu können, benötigen Werke der Lichtkunst häufig die Abwesenheit von natürlichem Licht bzw. anderen  konkurrierenden Lichtquellen.

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James Turrell: Third Breath 2005,
Zentrum für Internationale
Lichtkunst, Unna
© Florian Holzherr


Die Vielfältigkeit der Lichtkunst zeigt sich in den vielen verschiedenen Formen, in der das meist künstliche Licht als künstlerisches Material eingesetzt wird.
Schon der im Jahr 1892 in Paris aufgeführte illuminierte Tanz der amerikanischen Tänzerin Loïe Fuller zeigte sie als lebendige Lichtskulptur und damit als Vorläuferin der heutigen Lichtkunst, die Licht zu einem künstlerischen Zweck eingesetzt hat.
Der Ungar Lázló Moholy-Nagy sah die Forderung nach einer technischen Kunst als treibendes Element zur Zeit gesellschaftlicher Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts und setzte sich mit  Licht als künstlerischem Signal eines „neuen Sehens“ der sich entwickelnden Fotografie auseinander.
Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgt neben der radikalen Konkretisierung des Lichtes auch eine Konzentration auf das „reine Licht“ in abstrakter Form, während gleichzeitig die Wurzel einer neuen Richtung innerhalb der Lichtkunst in der Lichtreklame liegt.
Programmierte Lichtarchitekturen, Lichtspiele, Leuchtröhrenkunst und Lichtprojektionen sind nur einige Spielarten der sich ständig weiterentwickelnden Kunstform.

Zu den ersten Werken der Lichtkunst zählen der von Lázló Moholy-Nagy geschaffene Licht-Raum-Modulator (1920-30) und die Diagonale vom 25. Mai (1963), eine Lichtleiste mit einer gelben Leuchtstoffröhre des Amerikaners Dan Flavin. Jüngere Vertreter dieser Kunstrichtung sind beispielsweise James Turrell, Olafur Eliasson, Mischa Kuball und Christina Kubisch.


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Keith Sonnier: Tunnel of Tears 2002,
Zentrum für Internationale
Lichtkunst, Unna
© Werner Hannappel



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Zeche Zollverein bei Nacht
© Dieter Krantzik / Pixelio

Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna
„Weithin leuchtend – tief unter der Erde strahlend“, so präsentiert sich das weltweit erste Museum für Lichtkunst in den unterirdischen Räumen der ehemaligen Lindenbrauerei Unna. Es zählt zu den 25 so genannten Ankerpunkten der „Route der Industriekultur“.

Die Sammlung legt ihren Schwerpunkt auf Lichtrauminstallationen, die heute zu den avanciertesten Formen zeitgenössischer Kunst gehören. Auf 2.400 Quadratmetern zeigen zwölf Künstler – darunter Mario Merz, Rebecca Horn und James Turrell  - eigens für die faszinierenden Räumlichkeiten der labyrinthischen Gänge, Gärbecken und hohen Keller konzipierten Installationen. Die Kunstwerke treten dabei in einen lebendigen Dialog mit dem historischen Bauwerk der alten Brauerei und lassen so neue Bedeutungshorizonte entstehen.

Eines der Kunstwerke der Dauerausstellung ist die Installation „Tunnel of Tears“ von Keith Sonnier. Dieser erste Entwurf des amerikanischen Künstlers ist ein Teil seiner so genannten Tears-Serie. Bunte, in verschiedenen Formen gegossene Neonröhren schweben dabei in Schwüngen und Windungen durch den kargen Raum. Der Farbrhythmus aus verschiedenen Blau- und Rottönen taucht den Raum in intensive Farbigkeit und gibt ihm so eine ganz neu Spannung.
Ergänzt wird die vielseitige Sammlung des Zentrums für Internationale Lichtkunst durch Wechselausstellungen mit aktuellen Positionen der Licht-Raum-Kunst.


HELLWEG -  Ein LICHTWEG
Nachts gilt in Nordrhein-Westfalen das Motto „Licht zieht an!“. Mehr und mehr Lichtskulpturen, Gebäude- und Landschaftsilluminationen bestimmen das nächtliche Bild in der Hellweg-Region. Der Name dieser Kulturregion geht auf das mittelhochdeutsche „Hellwech“ zurück, das „lichter Weg“ bedeutet und hier eine Handelsstraße bezeichnet, die sich bis zum beginnenden 19. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Mitteleuropa entwickelte.
Das Kunstprojekt HELLWEG - ein LICHTWEG zeigt im Rahmen eines Städtenetzwerkes Lichtkunst im öffentlichen Raum und wird seit seiner Gründung im Jahr 2002 ständig erweitert. Von 2002 bis 2009 stand das Projekt unter der künstlerischen Gesamtleitung von Matthias Wagner K aus Berlin. Die Lichtprojekte renommierter Künstler und Künstlerinnen werden in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden der Hellweg-Region, dem Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna und geladenen Gastkuratoren verwirklicht. Solitäre Kunstwerke werden so zwischen Lippstadt, Hamm und Schwerte im östlichen Ruhrgebiet zu einem identitätsstiftenden Ganzen voller Leuchtkraft zusammengeführt.
Die Lichtkünstler inszenieren Lichtlandmarken, Lichtskulpturen oder auch illuminierte Industriedenkmäler, die jedoch immer in Beziehung zu ihrem Ort zu sehen sind, mit dem sie eine Koexistenz eingehen und diese spannende Kunstform so als wesentliches Element der Hellweg-Region verankern.


Zeche Zollverein
Die ehemalige Zeche des Steinkohlebergwerks im Essener Norden ist wohl das bekannteste Industriedenkmal im Ruhrgebiet. Nach der Stilllegung im Jahr 1986 kaufte das Land Nordrhein-Westfalen das Gelände, stellte es unter Denkmalschutz und sanierte die ehemalige Industrieanlage. Die Zeche Zollverein wurde zusammen mit der Kokerei im Jahr 2001 in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen. Zu verdanken ist dies wohl vor allem dem nachhaltigen Prinzip von „Erhalt durch Umnutzung“.

Die Nachtlichtführung „Faszination Licht“ zeigt ein ganz anderes Bild der ehemaligen Zeche. Auf dem Gelände der Kokerei Zollverein präsentiert sich nachts die preisgekrönte Welt der Lichter und Schatten, welche die Lichtkünstler Speirs + Major erschaffen haben. Die stimmungsvolle Lichtinstallation taucht die gigantischen Anlagen in rotes und blaues Licht und erweckt so eine neue Dimension des Industriedenkmals, das es nun zu erkunden gilt.


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KunstLichtTor 13, Bochum
© Stadt Bochum
Presse- und Informationsamt


KunstLichtTore, Bochum
Dunkelheit. Dann der gewaltige Klang eines herandonnernden Zuges begleitet von den hellen Strahlen eines sich bewegenden Lichts. So wurde Tor 13 der insgesamt 16 „KunstLichtTore“ an der Castroper Straße von Arend und Ute Zwicker inszeniert. Jeder Zug, der über die Brücke fährt, zieht in Echtzeit ein Lichtfeld aus 15 weißen Lichtsträngen mit sich, die parallel zur Fahrbahn verlaufen. Durch den Industrial-Klang des Zuges wird dabei auch die Wahrnehmung der Lichtszene verstärkt und die Dunkelheit etwa alle fünf Minuten regelrecht vertrieben. Nach dem Überqueren der Brücke verbleibt allerdings ein Restlicht, um als Verkehrsbeleuchtung die Sicherheit zu gewährleisten. Die Zahl 13 wurde als römische Ziffer auf einem Lichtkasten verwirklicht und soll an Rangier- und Signalzeichen der Eisenbahn erinnern.

Die Bochumer Innenstadt wird von Bahngleisen in Form eines Dreiecks umschlossen. Dieser Rahmen soll mit Hilfe des Elementes Licht nun neue städtebauliche Akzente setzen und ein ablesbares urbanes Muster ergeben.
Den Ausgang nahm das Stadtgestaltungs-Projekt im Jahr 2002 in dem Wettbewerbsverfahren „Lichtkunst in der Bochumer Innenstadt“, bei dem sich die Idee der „KunstLichtTore“ durchsetzte. Somit waren düstere und unwirtliche Bahnunterführungen Geschichte. Stattdessen wird man durch 16 Tore bzw. Unterführungen hindurch von hellen Lichtern auf den dunklen Wegen begleitet.
Die „Stadttore“ wurden unter Berücksichtigung der entsprechenden Eigenheiten der Brücken hierfür von 14 Teams aus Lichtkünstlern, Designern, Architekten, Kindern und auch Einzelakteuren gestaltet. Es war den Künstlern, wie beispielsweise Dirk Schlichting, Christoph Hildebrand oder der Vereinigung City in Action, freigestellt, inwieweit sie sich auf die Überschrift KunstLichtTore einlassen wollen.
Alle bedeutenden Einfallsstraßen des Bochumer Verkehrsnetzes passieren die Tore. Kulturelle Einrichtungen liegen zwar außerhalb des Gleisdreiecks, sind in der Regel jedoch unmittelbar durch eine der Unterführungen zur erreichen, die so auch eine wegweisende Funktion erhalten.
Die Tore wurden im Uhrzeigersinn durchnummeriert, wobei die jeweilige Bezifferung ebenfalls zur Grundlage der künstlerischen Lichtinstallation gehören soll. In Verbindung mit den Zahlen können sich nun auch neue Adressen und Standorte herausbilden und so die Orientierung erleichtern. Man trifft sich mittlerweile eben nicht mehr nur an der Ecke Königsallee/Viktoriastraße, sondern an Tor 1.
Die Inszenierung als Stadttore des Zeitalters der Industrialisierung hat dem Konzept im November 2004 den Renault Traffic Design Award in der Sparte des Sonderpreises der Kommunen eingebracht.


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