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drp KULTURTOURS | MUSEUM CHARLOTTE ZANDER Naive Kunst im Barockschloss
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SAMMLUNG ZANDER
Naive Kunst im Barockschloss

   

von Hanna Halbritter

Im historischen Ambiente des Schlosses Bönnigheim bei Stuttgart befindet sich eine ganz außergewöhnliche Kunstsammlung. Genauer gesagt handelt es sich dabei um die weltweit größte Privatsammlung internationaler Kunst der Naive, Art Brut und Outsider Art. Zusammengetragen wurden die vielseitigen Werke von der leidenschaftlichen Sammlerin Charlotte Zander.

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Schausaal im Schloss Bönnigheim
© Museum Charlotte Zander

Die Sammlung Zander
Charlotte Zander, ehemaliges Fotomodell und Ehefrau des Gynäkologen Josef Zander, begann schon in den 1950er Jahren Kunst zu sammeln. Zunächst hingen die Werke in ihrem Privathaus, bis sie im Jahr 1971 schließlich eine Galerie für naive Kunst in München eröffnete.  Fasziniert von den Arbeiten der Künstler der naiven Malerei, die ihre ganz eigene Welt so unbefangen und ehrlich schildern, erweiterte sie ständig ihre Sammlung, die heute bis zu 4000 Bilder und Skulpturen von etwa 440 internationalen Künstlern umfasst. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für ihre umfangreiche Sammlung stieß Charlotte Zander im Jahr 1996 auf das spätbarocke Schloss des Reichsgrafen Friedrich von Stadion. Die Stadt Bönnigheim hatte es gekauft, renoviert und aus denkmalpflegerischen Gründen als Museum eingerichtet, ohne selbst eine Sammlung zu besitzen. So zog Charlotte Zander mit ihrer Sammlung von München nach Bönnigheim und finanzierte den Unterhalt des Museums mit Privatgeld. In den 43 stuckverzierten Schausälen und Kabinetten des Schlosses Bönnigheim werden nun neben einer dauerhaften Präsentation auch wechselnde Ausstellungen gezeigt.
Im Mittelpunkt der Sammlung stehen Werke der französischen naiven Kunst von Henri Rousseau, André Bauchant oder auch Séraphine Louis.
Weitere Schwerpunkte sind europäische, amerikanische und russische Klassiker der Naive, wie etwa Adolf Dietrich, Nico Pirosmani, Morris Hirshfield und Adalbert Trillhaase.


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Séraphine Louis: Bouquet de fleurs,
Öl/Leinwand
© VG BildKunst Bonn

Die Malerin Séraphine Louis, deren ungewöhnliches Leben erst kürzlich verfilmt wurde, spielt eine wichtige Rolle in der Sammlung. Bevor Seraphine 1912 durch einen Zufall von Wilhelm Uhle entdeckt wurde, arbeitete sie als Putzfrau, malte nur in ihrer Freizeit und lebte in Armut. Im Jahr 1932 wurde Seraphine in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem sie dem Wahnsinn verfallen war. Bis zu diesem Zeitpunkt entstanden etwa 100 Gemälde, bei denen es sich zumeist um kraftvolle Stillleben mit prächtigen Blüten, losen Blättern und plastischen Früchten handelt. Heute sind die Bilder in der ganzen Welt verteilt. Charlotte Zander sammelte im Laufe der Jahre 12 Werke der Künstlerin und verfügt damit nun über eine exklusive Sammlung, die einen Überblick von den frühen Blumenstillleben bis hin zu den expressiven Hauptwerken gibt.

Die von Charlotte Zander ebenfalls gesammelte Art Brut oder auch Outsider Art wird von Künstlern wie Adolf Wölffli, Bill Traylor, Friedrich Schröder-Sonnenstern und den Künstlern aus Gugging vertreten. Die vielfältige Sammlung wird außerdem durch Porträts des 19. Jahrhunderts, Tattoo- und Medialbilder, Devotionalien, Votive und Hinterglasmalereien ergänzt.

Naive Kunst, Art Brut und Outsider Art
Naive Kunst, das klingt erst mal nach simpler Technik, ländlich-idyllischen Motiven oder auch nach Nähe zum Kitsch. Es handelt sich jedoch vielmehr um die Kunst von Autodidakten, die oft auch Außenseiter der Gesellschaft sind.

Die Anfänge der naiven Kunst liegen um 1900 in Paris. Dort wurden die so genannten „Maler des heiligen Herzens“ unter anderem von Wilhelm Uhle entdeckt und gefördert, der schließlich auch den Begriff der „Naiven Kunst“ prägte.
Der Zöllner Henri Rousseau gilt als Vorreiter der naiven Kunst. Er ist neben der Putzfrau Sé raphine Louis und dem Gärtner André Bauchant ein Beispiel für die begabten Künstler, die auch ohne akademische Ausbildung in der Malerei ein starkes Ausdrucksmedium gefunden haben. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und führen die unterschiedlichsten Berufe aus.
Viele Künstler der Naive beginnen erst spät zu malen, wie Emma Stern aus dem Saarland, die nach dem Auszug ihrer erwachsenen Tochter mit den von ihr vergessenen Buntstiften zu malen begann. Ein anderes Beispiel ist der Bergmann Erich Bödecker aus Recklinghausen, der zum 55. Geburtstag einen Gartenzwerg geschenkt bekam und von da an selbst solche Figuren herstellte.
Die Werke der Autodidakten sind jedoch nicht zu verwechseln mit Hausfrauen- und Sonntagsmalerei.
Ein entscheidendes Kriterium der naiven Malerei ist das Fehlen jeglicher Bildperspektive und Unbefangenheit gegenüber dem Formalen. Die Künstler zeigen ihre Welt unbelastet von Theorie und Technik und  setzen sich dabei mit Themen wie Kindheit, Heimat, der Berufswelt, aber auch politischen, historischen und gesellschaftlichen Problemen auseinander.
Die naive Kunst ist eine internationale Kunstrichtung, die in der Nachkriegszeit große Popularität gewann. Oft zeigen sich von Land zu Land Besonderheiten, die sich auf den regionalen Einfluss von Tradition und Kultur zurückführen lassen.
Erfolgreiche internationale Künstler sind beispielsweise der Kroate Ivan Generalić, die Amerikanerin Grandma Moses, der Italiener Antonio Ligabue und der Deutsche Adalbert Trillhaase.

Inhaltliche Nähe zur naiven Kunst findet sich in der Art Brut. Im angloamerikanischen Sprachraum als Outsider Art bekannt, lässt sich darunter die Kunst von Autodidakten verstehen, die außerhalb der Gesellschaft und des Kunstbetriebs im Allgemeinen stehen. Oft handelt es sich dabei um Menschen mit geistiger Behinderung, aber auch Laien, Kinder, Häftlinge oder anders Außenstehende. Der französische Begriff wurde von dem Maler Jean Dubuffet geprägt und steht für die „rohe, unverfälschte Kunst“.
Wichtige Vertreter der Art Brut sind Adolf Wölfli, Johann Hauser, Augustin Lesage, Friedrich Schröder-Sonnenstern und die Künstler, die in der Landesnervenklinik Maria Gugging therapiert werden.


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