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KATHEDRALEN NORDFRANKREICHS
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KATHEDRALEN NORDFRANKREICHS
Beeindruckende Werke der Gotik

   

von Julia Marhenke

Schon von weitem ist die Turmspitze der Kathedrale in Rouen zu sehen. Doch erst wenn man vor ihr steht, den Kopf in den Nacken gelegt, entfaltet sich die ganze Pracht dieses gotischen Bauwerks. Die filigranen Spitzen, die vielen Figuren an der Westfassade, die reich geschmückte Partie über dem Portal – spätestens jetzt wundert man sich nicht mehr, dass selbst Claude Monet sich von diesem Anblick inspirieren ließ. Gut dreißig Bilder unter verschiedensten Lichteinflüssen malte er von der Kathedrale. Diese gehören zu den Meisterwerken des Impressionismus.

KATHEDRALEN NORDFRANKREICHS
Die Kathedrale von Reims mit ihren Maßwerkfenstern
© Mat/ Wikipedia


Doch Rouen ist bei Weitem nicht das einzige Glanzstück, das der Norden Frankreichs zu bieten hat. Immerhin ist er die Wiege der Gotik, die sich hier im 12. Jahrhundert mit ihren Spitzbögen, hohen Kreuzrippengewölben und auffälligen Strebewerken entwickelte und damit die Romanik ablöste.

Gotischer Höhenrausch
Bis dato waren Kirchengebäude eher erdgebunden konzipiert. Dickes Mauerwerk schützte vor dem Einfluss des Bösen. Die gotischen Kathedralen, die nun aus dem Boden schossen, strebten dem Himmel entgegen, in Höhen, die bis dahin als unerreichbar galten. Wie die Kathedrale von Saint Pierre in Beauvais, die mit einer Höhe von 48,5 Meter das höchste Kirchengewölbe der Welt besitzt. Doch der Bau verlief nicht ohne Probleme. Schon 1284, knapp fünfzig Jahre nach Beginn der Arbeiten, stürzte ein Teil des Gewölbes ein. Um das Bauwerk zu retten, wurden weitere schlanke Säulen eingesetzt, die das filigrane Strebewerk unterstützten. 1569 vollendeten die Bauherren einen weiteren Teil der Kathedrale: ein 150 Meter hoher Vierungsturm. Der höchste seiner Zeit. Aufgrund der schlecht durchdachten Statik stürzte dieser jedoch nur vier Jahre später ein und die Kathedrale von Saint Pierre blieb unvollendet. Der Höhenrausch der Gotik fand damit ein jähes Ende.


KATHEDRALEN NORDFRANKREICHS
Monets Kathedralenansicht

KATHEDRALEN NORDFRANKREICHS
Kreuzrippengewölbe in Rouen
© Urban/ Wikipedia

KATHEDRALEN NORDFRANKREICHS
Kathedrale von Amiens
© cavorite/ Wikipedia


Etwa 60 Kilometer nördlich von Beauvais liegt Amiens, Heimat einer weiteren Kathedrale der Superlative. Notre-Dame von Paris würde zweimal in dieses Meisterwerk hinein passen. Doch auch hier blieben die Folgen des Drangs nach oben nicht aus, wie Risse im Mauerwerk zeigen. Mit Hilfe aktueller Vermessungstechniken lassen sich typische Statikprobleme der gotischen Bauweise zeigen.

Standardisierte Bauweise
Kathedralen der Gotik wurden immer nach dem gleichen Muster gebaut, in Form eines lateinischen Kreuzes. Der Chor zeigt nach Osten, gen Jerusalem, das dem Chor gegenüberliegende Längsschiff dementsprechend nach Westen. Im rechten Winkel dazu liegt das Querschiff. Kreuzungsbereich ist die Vierung, der fragilste Teil des Baus. Dabei gingen die Architekten nach strengen Regeln vor. Alles musste einer bestimmten Ordnung, einer heiligen Geometrie entsprechen. So stimmen beispielsweise die Höhen der Mittelschiffe in den Kathedralen von Amiens und Beauvais umgerechnet mit der Zahl 144 überein. Diese entspricht der Ellenhöhe der Mauer, die das himmlische Jerusalem umgeben soll, festgehalten in der „Offenbarung des Johannes“ (Kap.21, 17).

Bei den gotischen Bauwerken gilt dabei: Das Gewicht des Gewölbes wird von den Kreuzrippen zu den Pfeilern geleitet, die vom außen befestigten Strebewerk zusätzlich unterstützt werden. Gelingen kann dies nur, wenn die Schubpunkte innen und außen aufeinander abgestimmt sind.

Genau dies ist in Amiens nicht geschehen. Die Säulen im Inneren der Kathedrale haben sich in unterschiedliche Richtungen bewegt. Während im oberen Bereich der Druck des Gewölbes die Pfeiler nach außen neigte, presste sie das Gewicht des Mittelgeschosses im unteren Teil nach innen. Erst im 15. Jahrhundert wurden nachträglich weitere Strebebögen von außen sowie eine eiserne Spannkette im Innern der Kathedrale hinzugefügt und diese damit vor dem Einsturz bewahrt.

Eisen, Stein und die technische Revolution
Eisen und Stein waren wesentliche Bestandteile der sakralen Bauten. Bis ins 12. Jahrhundert war Holz das wichtigste Element und wurde in Kirchen vor allem für figürliche Bildwerke, Decken und Verzierungen eingesetzt. Durch den Bevölkerungsanstieg und die immer größer werdende Nachfrage wurde es jedoch beständig teurer. Ein Vorgang, der die Entstehung der Gotik durchaus förderte. Die Architekten entwickelten die typischen Spitzbögen, die aus Stein gebaut wurden.

Die Standorte der Kathedralen waren daher an die Kalksteinvorkommen der Gegend gebunden. Somit spiegelt jede der Bauten die geologischen Gegebenheiten ihrer Umgebung wieder. Zeichen der Handwerker in den einzelnen Steinen geben zudem Aufschlüsse über die Anzahl der Arbeiter sowie Baustopps oder das Hinzukommen neuer Bautrupps. Wurden zu Beginn noch simple Quader hergestellt und verwendet, änderte sich dies mit der Entdeckung eines stabileren Kalksteins im 13. Jahrhundert, der feinere Formen ermöglichte. So entstanden die Fensterrosen und auch die Säulen selbst wurden filigraner.


Zudem arbeiteten die Bauherren nun mit Schablonen und ließen die Einzelteile schon vor dem Transport zur Baustelle herstellen. Die Nutzung neuer Maschinen wie beispielsweise der hydraulische Hammer, erleichterten die Arbeit zusätzlich. Ohne diese Erfindungen wären die Kathedralen kaum in der Zeit zu erbauen gewesen, immerhin wurden rund 45 Tonnen Eisen pro Kathedrale benötigt. Damit waren die gotischen Baumeister die ersten, die Eisen in dieser Form nutzten.

Die Erfindung des Maßwerks
Im Gegensatz zum Holz besaßen Stein und Eisen jedoch nach damaliger religiöser Vorstellung kaum spirituelle Energie. Licht konnte nicht hindurchscheinen. Daher wurden die Steine bebildert, Skulpturen geschaffen, die ganze Geschichten erzählten. Eine der hierbei architektonisch bedeutendsten Kathedralen der Gotik liegt in Reims, etwa 140 km nordwestlich von Paris. Ihre Westfassade ist mit zahlreichen Figuren bestückt und zeugt von der mittelalterlichen Bildhauerkunst.

Auch Licht selbst wurde ein architektonisches Element, dargestellt in hellen Wandfarben und großen Fenstern, einige in Buntglas. Die Kathedralen sollten Leuchttürme des Glaubens werden. Immer imposanter, immer größer, immer heller.

Die Erfindung des Maßwerks zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Reims war hierbei von zentraler Bedeutung. Diese in Steinprofile umgesetzten geometrischen Formen eröffneten den Architekten völlig neue Möglichkeiten der Ästhetik und ließen es zu, flächig und filigran zugleich zu arbeiten. In der Kathedrale von Reims wurde das neue Maßwerk zudem als Schmuckfläche in der Portalzone verwendet, was maßgeblichen Anteil an der Lichtwirkung im Innenraum hat. Damit war Reims Vorbild vieler Kathedralen.

 


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