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INDIGENISMO: DIE KUNST LATEINAMERIKAS
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INDIGENISMO: DIE KUNST LATEINAMERIKAS
Kritische Kunst für die Urbevölkerung

   

von Julia Marhenke


Den Mund zum stillen Klagelaut geöffnet. Das verhärmte Gesicht halb von der übergroßen Hand bedeckt. Die Augen schwarze, bodenlose Tümpel. Das Bild „Schrei“ Oswaldo Guayasamíns ist ein Symbol für das Leid der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas.

Indigenismo nennt sich diese Art von Kunst, die vor allem in Peru, Bolivien, Ecuador und Mexiko entstand. Dabei umfasst der Begriff nicht nur kulturelle Aspekte, sondern beschreibt vielmehr eine politisch-ideologische Strömung, die durch die Revolution in Mexiko in Gang gesetzt wurde.

INDIGENISMO: DIE KUNST LATEINAMERIKAS
Ausstellung mit Guayasamíns Werken
in Buenos Aires
© Ecunhi/ wikimedia


Indigenismo in Politik und Kunst
Dieser politische Indigenismo stellte vor allem bildungs- und sprachpolitische Forderungen. Es strebte eine Verbesserung der Lebensumstände der indigenen Bevölkerung an, denn bislang wurden die Ureinwohner Lateinamerikas eher als Fremde im eigenen Land betrachtet. Darüber hinaus kämpfte er für den Erhalt der vorkolonialen Sprachen und Kulturen und stellte damit eine Gegenbewegung zur Europäisierung dar.

Viele Künstler griffen diese Ideologie auf und entdeckten die Kultur der Indios in Südamerika. Dabei standen nicht die künstlerischen Aspekte im Vordergrund, sondern die Abbildung der Realität. Es ging also nicht um eine möglichst ästhetische Darstellung der Indianer, sondern um die möglichst deutliche, unbeschönigte Darstellung der sozialen Situation. Indigenismo ist daher auch keine Stilrichtung im klassischen Sinne, sondern beinhaltet vielmehr eine ähnliche Motivwahl sowie eine politische Aussagekraft. Stilistisch ist von Realismus über Expressionismus und Kubismus bis hin zum Surrealismus alles vertreten.

Diego Rivera: Murales für Mexiko
In Mexiko zeigte sich der Indigenismo vor allem in den Murales, den Wandmalereien. Wichtigster Vertreter war hier Diego Rivera (1886-1957). Zu Beginn seiner Schaffenszeit arbeitete er vor allem in Europa und den Vereinigten Staaten, wo er unter anderem mit Künstlern der Moderne wie Pablo Picasso in Kontakt stand.

Nach seiner Rückkehr nach Mexiko beschäftigte er sich in erster Linie mit großen Wandbildproduktionen. Ein immer wiederkehrendes Thema seiner Arbeiten war dabei die Ausbeutung und Unterdrückung der Indios während der Kolonialisierung.


INDIGENISMO: DIE KUNST LATEINAMERIKAS
Wandbild von Rivera im
Sekretariat für
Öffentliches Bildungswesen
© Kgv88/ wikimedia


José Sabogal: ursprüngliche peruanische Kunst
In Peru gab José Sabogal (1888-1956) den Anstoß zum Indigenismo. Sein erklärtes Ziel war es nicht nur Indios zu zeichnen, sondern stattdessen eine typische, ursprüngliche und eigene peruanische Kunst zu entwickeln. So entstanden Werke wie „La Satusa“, das Bild einer indigenen Frau in traditioneller Kleidung oder auch „Maternidad“, auf dem eine indigene Mutter auf dem Boden sitzend mit ihrem Baby auf dem Schoß dargestellt ist.

Seine erste Ausstellung in Lima mit indigenen Bildern erschütterte und begeisterte zugleich. Er bekam bald darauf einen Lehrstuhl an der neu gegründeten Nationalen Kunstakademie angeboten. Während seiner Zeit als Professor bemühte er sich, seinen Schülern den Indigenismo näher zu bringen und inspirierte damit eine junge Künstlergruppe, zu der unter anderem Julia Codesido, Camilo Blas und Camino Brent gehörten.

Oswaldo Guayasamín: einer von unten
Seinen Höhepunkt hatte der Indigenismo in den 20er und 30er Jahren. Fast immer entstammten die Künstler einer völlig anderen sozialen und kulturellen Schicht als diejenigen, die sie in ihren Arbeiten darstellten.


Einer der wenigen mit „echten“ indigenen Wurzeln war Oswaldo Guayasamín (1919-1999), ein ecuadorianischer Maler und Bildhauer. Als Sohn eines indigenem Vaters und einer mestizischen Mutter – sie hatte sowohl indianische als auch weiße Vorfahren – kannte er die Lebensumstände der Indios besser als viele andere.

Gegen den Willen seines Vaters – die Familie war recht arm – studierte er an der Kunstakademie. Seine erste Ausstellung 1942 löste dabei einen Skandal aus, entsprachen seine Bilder doch so gar nicht dem Kunstideal der Akademie: Verhärmte Gesichter, harte Realität, keinerlei Beschönigungen des Leids und Leben der Indios. Guayasamín hatte sich zum Maler seines Volkes aufgeschwungen. Er wollte die Armut, den Hunger und die Gewalt, die die indigene Bevölkerung erleiden musste, nicht nur zeigen, sondern auch interpretieren und deren Stimme sein. Viele seiner Gemälde stellen sich wiederholende Themen dar: Angst, Klagen, Tränen, Zorn. Und damit die Suche eines Volkes nach Freiheit.

Die Kapelle des Menschen
Inspiriert von den mexikanischen Wandmalereien, Goya und Picasso orientierte Guayasamín sich stark am Kubismus und Expressionismus. 1971 wurde er zum Präsidenten der wichtigsten staatlichen Kulturinstitution Ecuadors ernannt, dem Haus der Ecuadorianischen Kunst. Fünf Jahre später gründete er die Fundación Guayasamín, die sich den Erhalt und die Sammlung des kulturellen Erbes der Indios als Ziel gesetzt hat. 1985 begann er mit der Verwirklichung seines Lebenstraums: La Capilla del Hombre – die Kapelle des Menschen – in Quito.

Heute beherbergt die Kapelle ein umfassendes Museum, in dem nicht nur Arbeiten Guayasamíns, sondern auch ein Überblick über ein Jahrtausend lateinamerikanische Geschichte und dessen kulturellem Erbe beherbergt sind. Damit ist es eines der bedeutendsten Museen Quitos.

Auch in Europa hat sich Guayasamín einen Namen gemacht. So gestaltete er in den 80er Jahren eine 120 Meter lange Wand im Flughafen Barajas bei Madrid und 1993 das Wandgemälde „Mütter und Kinder“ für die Unesco in Paris.

 


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