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Schloss Gottorf
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SCHLOSS GOTTORF
Kunst- und Kulturschätze auf der Schleswiger Museumsinsel

   

von Anika Batschi


Ein Besuch von Schloss Gottorf bedeutet eine Reise durch 120.000 Jahre Landesgeschichte und die Kunstepochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die beiden hier beheimateten Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen sowie Sonderausstellungen, ein Barockgarten und ein begehbarer Riesenglobus bescheren einem fast mehr Informationen und Eindrücke, als man an einem einzigen Tag aufnehmen kann.

Der Südflügel mit Eingangsportal
Der Südflügel mit Eingangsportal
© Anika Batschi


Erreicht man die Schlossinsel in Schleswig, steht man zuerst vor der imposanten barocken Fassade des Südflügels von Schloss Gottorf. Bereits vor zehn Uhr hat sich eine Schlange von Besuchern vor den noch verschlossenen Türen gebildet. Reisegruppen, Tagesausflügler und Schüler warten auf den Einlass. Die verschiedenen Gebäude auf dem Gelände beherbergen die Sammlungen der Landesmuseen für Kunst und Kulturgeschichte und Archäologie. Kaum öffnet das Schloss um Punkt zehn seine Pforten, strömen die Menschen hinein. In den vielen Räumen begegnet man jedoch nur einzelnen Besuchern, die sich innerhalb von kurzer Zeit auf den insgesamt 25.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche verteilt haben.

Barocke Fürstenresidenz
Das Schloss am westlichen Ende der Schlei blickt auf eine wechselvolle Geschichte mit mehreren vorherigen Bauwerken zurück, die teilweise zerstört, neu errichtet und erweitert wurden. Erstmals wurde die Burg Gottorf um 1160 urkundlich erwähnt. Die damalige Wasserburg diente den Bischöfen aus dem nahegelegenen Schleswig als Sitz und Festung. Im 16. Jahrhundert entstand mit dem Westflügel der erste Teil des modernen Gebäudes im Stil der Renaissance. Seine Blütezeit erlebte das Schloss im 16. und 17. Jahrhundert als Fürstenresidenz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf. Aus dieser Zeit ist der Nordflügel erhalten, unter dem sich noch Fundamente und Mauerreste der früheren Burg befinden.

Unter Herzog Friedrich III. wurde Schloss Gottorf weithin berühmt. Dieser ließ nach italienischem Vorbild einen barocken Terrassengarten anlegen, der in Mitteleuropa einzigartig war und sich durch eine große Pflanzenvielfalt auszeichnete. Insbesondere der Gottorfer Globus verhalf dem Fürstenhof zu internationalem Ansehen. Die begehbare Kugel mit über drei Metern Durchmesser verfügte im Inneren über die Abbildung des Sternenhimmels und gilt heute als frühestes Planetarium der Welt. Sie stellte ein wissenschaftliches und technisches Meisterwerk ihrer Zeit dar. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss erneut umgebaut und um den mächtigen barocken Südflügel erweitert.


Im Innenhof sieht man die noch erhaltene Renaissance-Fassade des Westflügels
Im Innenhof sieht man die noch erhaltene
Renaissance-Fassade des Westflügels
© Anika Batschi

Die Gotische Halle
Die Gotische Halle
© Anika Batschi

Die Fassade des Herzoglichen Betstuhls in der Schlosskapelle ist reich verziert
Die Fassade des Herzoglichen Betstuhls in
der Schlosskapelle ist reich verziert
© Anika Batschi

Der Barockgarten
Der Barockgarten: Ein kunstvolles System
aus Wegen, Terrassen und Kaskaden

© Anika Batschi

In dem hochseetüchtigen "Nydam-Boot" fanden bis zu 45 Mann Platz
In dem hochseetüchtigen "Nydam-Boot"
fanden bis zu 45 Mann Platz
© Anika Batschi


Prunkvolle Säle und eine unveränderte Kapelle
Im Südflügel befindet sich heute der Haupteingang ins Schloss. Im Erdgeschoss startet man den Rundgang durch das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in der original erhaltenen Gotischen Halle, die zur Zeit der Herzöge als Bibliothek genutzt wurde. Zahlreiche sakrale Skulpturen und Altäre aus dem Mittelalter kann man hier bewundern. Mit dem Übersichtsplan in der Hand geht es weiter durch die angrenzenden Räume mit mittelalterlichen Kunstwerken, Ritterrüstungen und alten Kanonen. Modelle des früheren Schlosses erzählen von der Geschichte des Bauwerks. Der eine oder andere Besucher begegnet einem leicht irritiert, mit der Nase im Plan und nach den Pfeilen und Nummern suchend, die an den Wänden angebracht sind. Auf dem Plan sieht der Rundgang einigermaßen übersichtlich aus.

Doch wer, der Intuition oder einfach der Neugier folgend, unbedacht durch die teils verwinkelten Zimmer läuft, fragt sich bald, wie viele Räume er wohl übersehen hat. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Weiterhin akribisch mit dem Plan abgleichen oder sich treiben lassen. Wenn man das zulässt, landet man entweder bald in den klassizistischen Zimmern im Ostflügel oder im ersten Obergeschoss und damit bei den Sammlungen des Barock, Rokoko und Jugendstil. Hier erwarten einen die schönsten Räume des Schlosses. Dazu gehören der "Blaue Saal" und der "Saal Friedrich III." Fayencen, Stuckdecken und Kronleuchter erinnern an die glanzvolle Zeit der Herzöge. Am meisten beeindruckt aber die mehr als 400 Jahre alte Schlosskapelle, die über zwei Geschosse reicht – der einzige Raum des Schlosses, der unverändert geblieben ist. Bis heute wird sie für Gottesdienste genutzt.

Im Erdgeschoss befinden sich einfache Kirchenbänke. Für die herzogliche Familie und den Hofstaat wurde im ersten Obergeschoss eine umlaufende Empore auf Säulen errichtet. Farbenfrohe Gemälde mit biblischen Darstellungen und prachtvolle Ornamente schmücken diesen Bereich. Die Renaissanceorgel stammt aus dem Jahr 1567. Bemerkenswert ist auch der holzverkleidete Herzogliche Betstuhl über dem Altar, der im Inneren filigrane Schnitzereien und Intarsien aufweist. An die Kapelle grenzt im ersten Stock der "Hirschsaal". Der prächtige Festsaal mit Jagdmotiven und kunstvollen Gemälden an der Decke wird noch heute manchmal für Veranstaltungen genutzt.

Von der Kaserne zum Museum
Die Residenz der Herzöge auf Schloss Gottorf endete 1713 mit ihrer Entmachtung. Im Großen Nordischen Krieg hatten sie sich auf die Seite Schwedens gestellt, das allerdings von Dänemark besiegt wurde. So diente das Schloss im 18. Jahrhundert als Sitz der dänischen Statthalter. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde es zur Kaserne. Von dem ehemals großen Garten war nichts mehr übrig. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen schließlich 1948 die Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen in die Anlage ein. In den letzten Jahrzehnten wurde nördlich des Schlosses nach historischem Vorbild wieder ein Barockgarten mit sechs Terrassen angelegt und darin ein neues Globushaus errichtet. Seit 2005 kann man hier einen originalgetreuen Nachbau des früheren Riesenglobus besichtigen.

In den ehemaligen Hofstallungen sind weitere Exponate des Museums ausgestellt. Die Galerie der Klassischen Moderne mit der Sammlung Rolf Horn beherbergt Kunstwerke aus dem 20. Jahrhundert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Expressionismus. Im Kreuzstall erwarten einen auf mehreren Etagen weitere Gemälde sowie Kunsthandwerk und Design aus dieser Zeit. Die frühere Reithalle nebenan zeigt regelmäßig Sonderausstellungen. Derzeit hängen hier noch bis zum 20. Oktober 2013 Bilder des "Realismus in Norddeutschland". Nach diesen Abstechern in die Nebengebäude oder einem ausgiebigen Spaziergang durch die Gartenanlage, die etwa 800 Meter hinter dem Schloss liegt, kann man sich erneut auf Entdeckungstour durch die restlichen Teile des Schlosses begeben – ins Archäologische Landesmuseum.


Moorleichen und ein Germanenschiff
Im zweiten und dritten Obergeschoss wandelt man durch die verschiedenen Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Immer wieder stellen sich die Fragen: Links oder rechts abbiegen und wohin zuerst gucken? Angefangen in den Räumen der Steinzeit, die uralte Jagdinstrumente zeigen, gelangt man durch die Bronzezeit bis zur Eisenzeit. Hier befindet sich einer der Höhepunkte des Museums: Die Ausstellung der Moorleichen mit Grabfunden aus Schleswig-Holsteins Mooren, die einiges über das Leben der Menschen vor über 1800 Jahren verraten. In den weiteren Räumen erfährt man außerdem viel über die verschiedenen Lebensweisen in der Region im Mittelalter – vom Leben auf der Burg und in der Kirche, auf dem Dorf und in der Stadt.

Der letzte Anlaufpunkt ist schließlich die Halle, in der das riesige "Nydam-Boot" steht. Bereits seit Jahrzehnten ist das rund 1700 Jahre alte Ruderboot aus der Zeit der Germanen eines der bekanntesten und bedeutendsten archäologischen Exponate, die hier im Museum ausgestellt sind. 1863 wurde das über 22 Meter lange Schiff im dänischen Nydamer Moor nördlich von Flensburg gefunden und ausgegraben. Die Sonderausstellung präsentiert nun umfangreich seine Geschichte.

Am Ende des Tages ist man fast ein bisschen stolz, die Entdeckungstour durch die endlos wirkenden Schlossräume gemeistert zu haben. Ob man dank ignoriertem Übersichtsplan nun wirklich jeden einzelnen Ausstellungsraum betreten hat oder doch den einen oder anderen übersehen haben könnte, spielt nicht wirklich eine Rolle. Es ist ohnehin unmöglich, alles an einem Tag detailliert wahrzunehmen. Sicher ist: Man begibt sich um eine Vielzahl an neuen Eindrücken und Informationen reicher auf den Heimweg.


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