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FRANKFURT: IMPRESSIONISTINNEN
In der Schirn Kunsthalle

   

Manet, Monet, Degas, Renoir, Pissarro – jeder kennt die Namen berühmter Impressionisten, doch weniger bekannt ist, dass es in ihrem Kreis auch bedeutende Malerinnen gibt.

Berthe Morisot, erfolgreiche und geschätzte Kollegin, Freundin und Modell von Manet, wird von zeitgenössischen Kritikern wegen ihres lockeren Pinselstrichs als die „impressionistischste unter den Impressionisten“ hoch gelobt. Die Amerikanerin Mary Cassatt entwickelt in Paris und durch den engen Kontakt mit Degas ihren unverwechselbaren Stil. Eva Gonzalès hat als Schülerin von Manet ein qualitätvolles, durch ihren frühen Tod jedoch weniger umfangreiches OEuvre hinterlassen. Marie Bracquemond stellt mit den Impressionisten aus, gerät aber in Konkurrenz zu dem Werk ihres Mannes Félix Bracquemond und gibt die Malerei schließlich auf.

Marie Bracquemond, Die Teestunde, 1880
Marie Bracquemond,
Die Teestunde, 1880
© Schirn Kunsthalle


Die Ausstellung mit 150 Werken aus vielen internationalen Museen wie dem Musée d’Orsay Paris, dem Metropolitan Museum New York, der National Gallery of Art Washington und Privatsammlungen wird am Beispiel dieser vier Malerinnen den weiblichen Anteil an der impressionistischen Bewegung präsentieren. des 19. Jahrhunderts stand die Metropole am Mittelmeer in voller Blüte. Die Industrialisierung sorgte für bislang ungeahnten Wohlstand. Das Bürgertum verlangte jetzt nach großen, repräsentativen und modernen Wohnhäusern.

Die vier Namen stehen exemplarisch für die Tatsache, dass in jener sowohl künstlerisch als auch gesellschaftspolitisch bewegten Epoche (ca. 1865–1895) wesentlich mehr Künstlerinnen aktiv waren und auf höchstem Niveau malten, zeichneten, radierten und bildhauerten, als uns allgemein gegenwärtig ist. Der Impressionismus war mehr als andere Strömungen geeignet, auch Künstlerinnen in seinen Kreis aufzunehmen.


Berthe Morisot, Die Schwestern, 1869
Berthe Morisot, Die Schwestern, 1869
© Schirn Kunsthalle

"Feminine" Malerei
So wurde von zeitgenössischen Kritikern die Malerei der Impressionisten – der männlichen und der weiblichen – als explizit „feminin“ betrachtet: in den Themen – Alltagsszenen, Frauenporträts, Mutter-Kind-Darstellungen, Gärten, Interieurs, Still-leben etc. – wie in den kleineren Formaten der Bilder, die für eine neue bürgerliche Käuferschicht bestimmt waren. Auch der impressionistische Stil mit seiner Hervorhebung der Lichteffekte, seinen delikaten Oberflächen, der häufigen Verwendung von Weiß, dem offenen Pinselstrich und der Skizzenhaftigkeit der Ausführung wurde als weiblich angesehen, im Positiven wie im Negativen. 1896, als nach Morisots Tod posthum eine Retrospektive zu ihrem Werk stattfand, bezeichnete der Kritiker Camille Mauclair in einem Rückblick den Impressionismus insgesamt als „feminine Kunst“ und beschrieb Morisot sogar als die einzig wahre Protagonistin dieses Stils.


"Männliche" Kunstgeschichte
Angesichts der Schwierigkeiten, Vorurteile, Verbote und des limitierten Aktionsradius, mit denen Frauen des Bürgertums im 19. Jahrhundert konfrontiert waren, wird deutlich, mit wie viel Durch-setzungsvermögen und Selbstvertrauen in das eigene Talent sich die vier Malerinnen eine Stellung in der Geschichte der modernen Malerei erkämpft haben. Während sie zu Lebzeiten in den avanciertesten Pariser Künstlerkreisen verkehrten und von Kollegen und Kritikern durchaus respektiert wurden, gerieten sie später in Vergessenheit. Ab ca. 1900 nämlich wurde die Geschichte der modernen Kunst und des Impressionismus von einer Generation von Kunsthistorikern geprägt, die dem Impressionismus zwar zu Ruhm verhalfen, den weiblichen Anteil an der Bewegung jedoch weitgehend ausklammerten. Lediglich das Werk der Amerikanerin Cassatt erfuhr von Beginn an eine andere Rezeption, zu der auch der starke amerikanische Markt beitrug. Obwohl seit den 1970er-Jahren Genderforschung und Kunstgeschichte das Bild teilweise zurechtgerückt haben hat und die Werke von Morisot und Cassatt in den größten internationalen Sammlungen vertreten sind, ist der weibliche Anteil am Impressionismus dem breiten Publikum immer noch wenig bekannt.


Berthe Morisot (1841–1895)
war Gründungsmitglied der Gruppe der Impressionisten. Sie entstammte einer reichen französischen Familie und erhielt Privatunterricht im Malen und Zeichnen. In den 1860er-Jahren war sie eine Schülerin von Camille Corot und stellte erfolgreich im Pariser Salon aus, wodurch Manet auf sie aufmerksam wurde, mit dem sich eine respektvolle Freundschaft entwickelte.
Morisot nahm bis auf eine Ausnahme an allen „Impressionisten-Ausstellungen“ teil und beeinflusste durch ihren lockeren Pinselstrich und ihre helle Farbpalette sogar den bis dahin dunkel malenden Manet. Sie widmete sich bevorzugt Familienszenen, Frauen- und Kinderporträts, Interieurs, Landschaften und Hafenbildern. 1877 heiratete sie Eugène Manet, den Bruder Édouard Manets, mit dem sie eine Tochter hatte, Julie, die ihr häufig als Modell diente.

Berthe Morisot, Selbstporträt, 1885
Berthe Morisot, Selbstporträt, 1885
© Schirn Kunsthalle

Mary Cassatt, Selbstporträt, 1878
Mary Cassatt, Selbstporträt, 1878
© Schirn Kunsthalle

Mary Cassatt (1844–1926)
begann 1861 ihr Studium an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia. Ab 1874 lebte sie in Frankreich und schloss sich in Paris den Impressionisten an. Als Anhängerin der Gruppe um Degas erfuhr sie von Zeitgenossen hohen Respekt und Aufmerksamkeit. Ihr Hauptthema sind Porträts, Szenen in der Oper und Mutter-Kind-Beziehungen, die jedoch ohne Sentimentalität und in einem sehr eigenen Stil umgesetzt sind.
Besonders Cassatts Pastelle gehören zu den herausragenden Werken ihrer Epoche. Berühmt sind auch ihre grafischen Arbeiten, die sich mit ihren flächigen, klar umrissenen Formen von japanischen Holzschnitten beeinflusst zeigen. 1914 erblindete Cassatt und musste ihre künstlerische Tätigkeit aufgeben. Ihrem Wirken ist es unter anderem zu verdanken, dass der Impressionismus in Amerika früh populär wurde. Bislang wurde ihr Werk vor allem in den USA intensiv erforscht.


Die als Manet-Schülerin und als von ihm porträtierte Kollegin bekannt gewordene Eva Gonzalès (1847–1883) wurde bisher nur zusammen mit Morisot und Cassatt in kleinere Gruppenausstellungen einbezogen.
Im Alter von 16 Jahren begann Eva Gonzalès ihre Ausbildung als Zeichnerin und Malerin im Atelier des Malers Charles Chaplin, der ausschließlich weibliche Schülerinnen hatte. Obwohl Eva Gonzalès dem Impressionismus zugerechnet wird, nahm sie – wie Manet – an keiner Gruppenausstellung dieser Maler teil. In ihren Gemälden porträtierte sie häufig Frauen. Darüber hinaus entstanden Stillleben und Landschaftsbilder.
Nach der Geburt ihres Sohnes starb Eva Gonzalès 1883 an einer Embolie. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert eine qualitätvolle Auswahl ihres bisher noch zu wenig gewürdigten Werkes.

Eva Gonzales, Selbstporträt, undatiert
Eva Gonzales, Selbstporträt, undatiert
© Schirn Kunsthalle

Marie Bracquemond, Selbstporträt, um 1870
Marie Bracquemond, Selbstporträt, um 1870
© Schirn Kunsthalle

Die Malerin Marie Bracquemond (1840–1916) war die Frau des Porzellanmalers und Grafikers Félix Bracquemond. Sie wurde von ihrem Mann in seine Arbeit einbezogen und schuf Entwürfe für Porzellan und Wanddekorationen.
Einer ihrer Entwürfe, ausgestellt im Pariser Salon 1874, erregte die Aufmerksamkeit von Degas, der die Künstlerin mit Renoir und Monet bekannt machte, deren Gemälde sie bewunderte. Mehrfach beteiligte sie sich mit eigenen Gemälden an den Ausstellungen der Impressionisten.
Félix Bracquemond hatte wenig Verständnis für die künstlerische Produktion seiner Frau und war eifersüchtig auf ihren Erfolg. Zermürbt von seiner Kritik, beschränkte sie ihre künstlerische Tätigkeit auf das engste Umfeld und gab sie nach 1890 ganz auf. Ihr Lebenslauf kann im Kontrast zu den doch vergleichsweise erfolgreichen Karrieren ihrer Kolleginnen als typisch für die Epoche gelten. In der Schirn Kunsthalle Frankfurt wird unter Berücksichtigung der neuesten Forschung mit über 40 Werken die umfassendste Ausstellung von Arbeiten Marie Bracquemonds seit 1919 gezeigt.


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