Modular Music Tours: Blues, Jazz, Cajun & Zydeco

Südstaaten USA – Etappen III und IV

Afrikanische Traditionen haben maßgeblich zur Entwicklung des heutigen Blues und Jazz beigetragen. Wir erweitern den Blick auf französische Einflüsse.

Wenn es darum geht, den Vereinigten Staaten von Amerika eine ureigene Kulturschöpfung zuzusprechen, dann kommt man nicht am Jazz, am Blues und am Rock’n’Roll vorbei. Die Stile sind die Folge einer Verschmelzung verschiedenartiger Traditionen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern. Rhythmen, Songstrukturen und die Praxis, einen Ton ganz bewusst nicht immer exakt anzuspielen – ein wesentliches Element des Jazz und Blues – gehen zweifelsfrei auf afrikanische Einflüsse zurück. Instrumente wie Gitarren, Blechbläser sowie Zusammensetzungen von Bands und Kapellen stammen aus Europa.

Wie vielschichtig dabei gerade auch die Einflüsse aus Europa waren, wird insbesondere in den Bundesstaaten Louisiana und Mississippi klar. Dass im Mississippi-Delta die ersten Blues-Musiker überhaupt zu Gitarren griffen, haben wir mexikanischen, also spanischstämmigen Wanderarbeitern zu verdanken, die im späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert dieses Instrument überhaupt erst auf die entlegenen Baumwoll-Plantagen brachten.

Das Akkordeon wiederum – fest verwurzelt in Folklore und Chanson Frankreichs – führt bis heute in den kleineren Orten der ehemaligen französischen Kolonie Louisiana ein lebendiges Eigenleben. Unverzichtbar ist dieses Instrument für Cajun und Zydeco. Gerade auch hierbei haben kreolische und afrikanische Einflüsse dazu geführt, dass sich komplett neue Musikstile bilden konnten.

1. Tag: Anreise nach Memphis
Flug bzw. individuelle Anreise nach Memphis. Bevor sich die Gruppe am Abend in der Hotellobby trifft, empfehlen wir eine Besichtigung des National Civil Rights Museum. Blues und Jazz – die Themen dieser Tour – sind untrennbar mit der Geschichte der Sklaverei und der Rassentrennung verbunden.
Am Abend ziehen wir dann über die Beale Street – die Straße, in der sich ein Club neben dem anderen befindet. 2 Übernachtungen in Memphis.

2. Tag: Elvis Presley und Johnny Cash
Neben der Entwicklung der „Black Music“ war Memphis auch entscheidend für Country und Rock’n’Roll: Hier begann die Karriere von Elvis Presley und Johnny Cash. Wir besuchen das Haus der Familie Cash auf der anderen Seite des Flusses in Arkansas. Und wir besichtigen das historische durch das Sun Studio, wo Elvis und Johnny ihre ersten Platten aufnahmen. Am späten Nachmittag steht noch die Gibson Guitar Factory auf dem Programm, wo die ersten E-Gitarre gefertigt wurden – und noch werden.

3. Tag: Graceland und Crossroads
Da Graceland, die legendäre Villa Elvis Presleys, etwas außerhalb liegt, suchen wir den außergewöhnlichen Ort auf dem Weg ins Blues Delta auf. Wenn Ihnen die opulent eingerichteten Wohnräume noch nicht den Atem verschlagen, dann spätestens der Raum mit den zig Goldenen und Platin-Schallplatten.
Wir verlassen Memphis. Die nächste Station ist Clarksdale, berühmt für die Kreuzung der Highways 49 und 61: die Crossroads. Hier soll Blues-Legende Robert Johnson dem Teufel seine Seele verkauft haben, um den wahren Blues spielen zu können. Die Geschichte des Genres wird im Delta Blues Museum anhand von zahlreichen Fotos, Texten, Original-Instrumenten und Bühnenanzügen der großen Stars nacherzählt. Am Abend steht der Ground Zero Blues Club auf dem Programm. Nicht auszuschließen, dass der Hausherr und Oscar-Preisträger Morgan Freeman zu Hause ist.
1 Übernachtung im Raum Clarksdale / Cleveland.

4. Tag: Dockery Farms, B.B. King und Grammy Museum
Die Region ist ein erstaunlicher Nährboden für musikalische Talente. Kein anderer US-Bundesstaat hat mehr Grammy-Preisträger hervorgebracht. Robert Johnson, B.B. King, Muddy Waters, John Lee Hooker, Elvis Presley sind nur die berühmtesten unter den berühmten. Aus diesem Grund gibt es in der Kleinstadt Cleveland, Mississippi, das einzige Grammy Museum außerhalb von Los Angeles.
Nach dem Museumsbesuch erkunden wir heilige Erde – auf der Dockery Plantation. Diese ehemalige, über 60 Quadratkilometer große Plantage brachte Charley Patton hervor – der erste Blues-Musiker, der von der Kunst leben bzw. zumindest überleben konnte und vom dem Aufnahmen existieren. Patton hatte starken Einfluss auf die nachfolgende Generation von Blues-Musikern – und die Dockery Farms wurden zu einer beliebten Spielstätte. Da sich das Gelände weit jeglicher Zivilisation befand, waren die bis zu 2000 Mitarbeiter ein dankbares Publikum. Weitere Interpreten nutzten die Chance und traten hier ebenfalls auf, darunter Son House und Robert Johnson, der den besagten Handel mit dem Teufel einging.
Weiterfahrt nach Indianola, der Heimat von B.B. King. Dem großen Musiker wurde hier ein beeindruckendes Museum gewidmet, das gleichzeitig seine letzte Ruhestätte ist. Nach dem Museumsbesuch Weiterfahrt nach Vicksburg, wo wir in Nähe des Mississippi Rivers für eine Nacht Quartier beziehen werden.

5. Tag: Frogmore Plantation
Während die Dockery Plantation entstand, als die Sklaverei längst abgeschafft wurde und auch die schwarzen Arbeiter somit frei entscheiden konnten, womit sie ihre Freizeit verbrachten, zeigt die südlicher gelegene Frogmore Plantation, wie hart und entbehrungsreich das Los der Sklaven war. Den unfreiwilligen Migranten wurde fast nichts gegönnt. So bleib ihnen nichts anderes übrig, als ihre Musikalität bei der Arbeit auszuleben. Es entstanden die Worksongs – ein wichtiger Vorläufer für Gospel, Blues und Jazz. Die rhythmischen Gesänge machten die harte und monotone Arbeit auf den Plantagen zweifellos etwas erträglicher.
Im Anschluss der Besichtigung direkte Fahrt nach New Orleans. 3 Übernachtungen in einem zentral gelegenen Hotel.

6. und 7. Tag: New Orleans
New Orleans ist als Geburtsort des Jazz natürlich eine Attraktion für sich. Musik wird an fast jeder Ecke geboten. Manches davon ist recht touristisch. Doch die Musikszene ist quicklebendig und hochkreativ. Junge, innovative Musiker aus der Stadt oder dem Umland versuchen hier ihr Glück. Hinzu kommt: New Orleans ist mit seinen französischen Wurzeln, einer spanischen Epoche, vielseitigen Beziehungen in die kreolische Karibik und natürlich auch den Nachfahren der zahllosen Sklaven aus unterschiedlichsten Regionen Afrikas von Anbeginn ein Schnitt- und Kreuzungspunkt verschiedenartigster Kulturen gewesen. Wir tauchen ein in dieses kreative Milieu – und lernen dabei die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen. Ein örtlicher Guide zeigt uns die Stadt und erzählt dabei von der reichhaltigen musikalischen Geschichte. Das French Quarter, ein Jazz-Konzert in der traditionsreichen Preservation Hall, ein Jazz-Brunch und eine Fahrt auf einem typischen Mississippi-Rad-Dampfer stehen auf dem Programm.

8. Tag: Plantation Country und Lafayette
Die Landwirtschaft machte nicht nur New Orleans vor dem Bürgerkrieg zum Zentrum der Südstaaten, sondern bescherte auch den Großgrundbesitzern im Umland großen Reichtum. Dieser zeigte sich schon bald in repräsentativen Villen. Oberhalb von New Orleans ist das Land links und rechts des Mississippi gespickt mit historischen Prachtbauten. Eine davon werden wir besuchen.
Außerdem besichtigen wir die historische Riverland-Kirche. Dort erzählt ein örtlicher Musiker, wie sich die Musik der afrikanischen Sklaven auf den Plantagen transformierte – und zu dem wurde, was heute unter den Begriffen Black Music oder Rhythm’n’Blues zusammengefasst wird. Es versteht sich von selbst, dass dabei nicht nur Worte fallen, sondern Melodien und Rhythmen zum Klingen kommen…
Weiterfahrt nach Lafayette, Zentrum der kreolischen und Cajun-Kultur Louisianas. In den Clubs sind die Musikstile Cajun und Zydeco beheimatet, bei denen das Akkordeon eine tragende Rolle spielt. Das hören und sehen wir uns gleich an!

9. Tag: Sümpfe und Akkordeons
Zig stehende und langsam fließende Gewässer durchziehen das flache und feuchte Land. In diesen so genannten Bayous leben Alligatoren, Enten, Pelikane und weitere Wasservögel sowie Süßwasserkrabben und -krebse. Mit einem Botaniker und Zoologen, der aus einer Fischerfamilie stammt, tasten wir uns am Morgen in eine einzigartige mangrovenartige Welt hinein.
Am Nachmittag besuchen wir Martin Accordions, Hersteller von handgefertigten Harmonikas. Logisch, dass während der Tour das ein oder andere Prachtexemplar zum Klingen kommt.
Abends geht es erneut in einen der örtlichen Clubs.

10. Tag: Zydeco Breakfast, Heimreise oder Verlängerung
Vor der Abreise führen wir Sie noch zu einem weiteren Höhepunkt dieser Musikreise freuen: dem Zydeco Breakfast. Bei diesem Frühstück wird nicht nur herzhaft gegessen. Es darf auch getanzt werden – zu den rhythmischen Klängen der Band. Direkt von diesem vormittäglichen Konzert geht es dann zum Flughafen. Es endet eine intensive Musikreise in die Südstaaten der USA.

Teilnehmerzahl: min. 8 / max. 15 Personen
Bei Unterschreiten der Mindestteilnehmerzahl kann der Reiseveranstalter bis 30 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten.

Nach Buchungsabschluss ist eine Anzahlung in Höhe von 20 Prozent des Reisepreises zu leisten - bei Konzert- und Opernreisen abweichend 50 Prozent. Der Restbetrag wird 28 Tage vor Reisebeginn fällig.

Klicken Sie auf einen Termin um die Zimmer und Preise zu sehen.


Diese Reise ist nicht mehr buchbar / es gibt noch keine Folgetermine. Möchten Sie auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
  • 2 Übernachtungen mit Frühstück in Memphis
  • 1 Übernachtung mit Frühstück im Raum Clarksdale/Cleveland
  • 1 Übernachtung mit Frühstück in Vicksburg
  • 3 Übernachtungen mit Frühstück in einem zentral gelegenen Hotel in New Orleans
  • 2 Übernachtungen mit Frühstück in einem Inn / Guesthouse in Lafayette
  • Eintritte für Sun Studio, Graceland, Gibson Guitar Factory, Teilnahme an der örtlichen Tour / Audio-Guide
  • Halbtagesausflug zur Dyess Colony inkl. Besichtigung des Kindheitshauses von Johnny Cash
  • Eintritte für das Delta Blues Museum, Grammy Museum und B.B. King Museum im Mississippi Delta
  • Besichtigung der Frogmore Plantation
  • Besuch des Ground Zero Blues Clubs in Clarksdale
  • Lunch in Cleveland: typische Südstaaten-Küche
  • Stadtrundgang durch New Orleans mit einem örtlichen Kenner der Musikszene
  • New Orleans Power Pass - 2 Tage
  • 2x Tageskarte für die Straßenbahn in New Orleans
  • Besuch eines Konzerts in der Preservation Hall in New Orleans
  • Jazz Brunch in New Orleans
  • Jazz-Cruise auf einem Mississippi-Raddampfer inkl. Dinner
  • Besuch der Laura Plantation
  • Besuch der Historic Riverland Church
  • 2x Besuch eines Live-Music-Clubs in Lafayette
  • Bootsfahrt durch die Sümpfe rund um Lafayette
  • Besichtigung von Martins Accordions bei Lafayette
  • Zydeco Breakfast (Frühstück)
  • Busreise Memphis-Mississippi-Delta-New Orleans und New Orleans-Lafayette
  • Transfers mit Taxi in Lafayette
  • Flughafentransfers
  • durchgängige Kulturtours-Reiseleitung
  • Anreise: Gerne buchen wir den Flug in die USA
  • Reiseschutz: Wir raten zu einer Reiserücktritt-, Reiseabbruch- und Auslandsreisekrankenversicherung und machen ein unverbindliches Angebot

Dieses Angebot kombiniert die Etappen III und IV unserer „Modular Music Tours – Südstaaten USA“. Diese Touren spannen den Bogen quer durch den historischen Süden der USA. Von den „Blauen Bergen“ an der Ostküste geht es dabei über die weiten Ebenen links und rechts des Mississippi hinein in die Sumpflandschaften am Golf von Mexiko. So unterschiedlich wie die Landschaften und Siedlungstraditionen sind auch die Musikstile, die die Bewohner mit- bzw. hervorgebracht haben. Während der Bluegrass nicht ohne die Traditionen des Irish Folk etc. denkbar wäre, sind Blues, Gospel und Jazz untrennbar mit dem Schicksal der aus Afrika verschleppten Sklaven verbunden. Eine regionale Besonderheit wiederum stellen die kreolischen Klänge des Cajun & Zydeco dar, bei denen das Akkordeon und französische Wurzeln eine tragende Rolle spielen. All diese Stile haben sich gegenseitig beeinflusst – und zahlreiche Musiker zu Neuschöpfungen inspiriert. So entstanden Rock’n’Roll, Country und Americana.

Jede Etappe kann für sich gebucht werden. Am Start- bzw. Endpunkt überlappt sich jeweils das Programm, wodurch spürbare Kostenvorteile entstehen, die wir an Sie weitergeben. Außerdem ist so ein fließender Übergang gewährleistet – für all jene, die Etappen miteinander kombinieren möchten:

Weitere Kombinationsangebote:


Diese Reise ist grundsätzlich nicht für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Sollten Sie in Ihrer Mobilität eingeschränkt sein, nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt mit uns auf. Wir klären dann individuell, inwiefern eine Teilnahme für Sie an dieser Reise möglich ist. ARB des Reiseveranstalters als PDF
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