1. Tag: Anreise nach Bremen, Böttcherstraße und Co
Anreise nach Bremen (aus Brilon mit dem Reisebus oder ab jedem anderen Ort indidivuell mit der Bahn)
Zu Beginn der Reise erkunden wir mit unserer Führerin die Böttcherstraße – das Meisterwerk des Bildhauers und Baumeisters Bernhard Hoetger. Der verwinkelte Straßenzug – eigentlich eine enge Fußgängergasse – ist eines der herausragendsten Beispiele der expressionistischen Architektur weltweit. Während die meisten Mauern des Gebäudekomplexes durchgängig im Stil des Klinkerexpressionismus gehalten sind, überrascht das im Inneren gelegene Haus Atlantis mit einem Saal, dessen Deckengewölbe in blauen und weißen Glasbausteinen gehalten ist: der Himmelssaal. Wenn aktuell keine Veranstaltungen dort stattfinden, können wir auch dieses – im wahrsten Sinne des Wortes – Highlight besichtigen.
Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss widmen wir uns am Nachmittag ganz der aktuellen Ausstellung im Paula Modersohn-Becker-Museum.
Zimmerbezug im zentral gelegenen Hotel und gemeinsames Abendessen.
2.Tag: Künstlerkolonie Worpswede
Der Reisebus bringt uns vorbei an Wiesen und Auen direkt zu einem bedeutenden Baudenkmal Worpswedes: dem Jugendstil-Bahnhof. Dort treffen wir unsere Stadtführerin, die uns durch die Künstlerkolonie führt. Selbstverständlich gehen wir zum Grab von Paula Modersohn-Becker, die bereits mit 31 Jahren verstarb. Außerdem kommen wir an der so genannten Käseglocke vorbei, einem Wohnhaus nach einem expressionistischen Entwurf von Bruno Taut.
Generell spielt der Expressionismus in Worpswede nicht nur in der Malerei eine bedeutende Rolle, sondern auch in der Architektur. Unter der Federführung von Bernhard Hoetger, der später die einzigartige Böttcherstraße in Bremen schuf, entstand das Kaffee Verrückt. Der Fachwerk-Ziegelbau mit seinen krummen Balken sowie den wild vor- und zurück-springenden Ziegeln zählt zu den Schlüsselwerken des Backsteinexpressionismus. Direkt daneben im selben Stil: die Große Kunstschau – ebenfalls von Hoetger errichtet. Neben Wechselausstellungen sind hier herausragende Arbeiten der legendären Worpsweder Künstler zu sehen, darunter Heinrich Vogeler, Fritz Mackensen, Paula Modersohn-Becker, Ottilie Reylaender, Otto Modersohn etc.
À propos Heinrich Vogeler: Der Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist zählt zu den Mitbegründern der Künstlerkolonie Worpswede. Bekannt wurde er vor allem durch seine Jugendstil-Arbeiten. Er schloss sich schon früh der Künstlergruppe um Otto Modersohn an und gestaltete ab 1895 seinen Barkenhoff – eine nach den Prinzipien des Jugendstils umgebaute Bauernkate. Der Barkenhoff präsentiert heute Ausschnitte aus dem reichhaltigen Oeuvre des Mulitalents: selbst entworfene Möbel, Grafiken und Gemälde.
Zwischendurch gemeinsames Mittagessen in Worpswede. Am späten Nachmittag bzw. frühen Abend Rückfahrt nach Bremen. Freie Abendgestaltung.
3.Tag: Bremerhaven: Auswandererhaus und Klimahaus
Der Bus bringt uns heute nach Bremerhaven. Am Vormittag führt der Weg ins Deutsche Auswandererhaus, wo bewegende Geschichten von Millionen Menschen lebendig werden, die von Bremerhaven in die Welt aufbrachen. Multimediale Inszenierungen lassen hautnah spüren, wie es war, alles hinter sich zu lassen und in eine neue Heimat aufzubrechen.
Nach einer genussvollen Mittagspause im stilvollen Museumscafé, mit Blick auf den Alten Hafen, geht die Reise weiter – diesmal rund um den Globus. Im Klimahaus Bremerhaven folgen wir dem Längengrad 8° Ost auf eine faszinierende Weltreise durch verschiedene Klimazonen. Von der tropischen Hitze Kameruns bis zur frostigen Kälte der Antarktis: hautnah, interaktiv und wissenschaftlich fundiert.
Am frühen Abend Rückfahrt nach Bremen und gemeinsames Abendessen.
4. Tag: Bremen – Fischerhude – Heimreise
Bei der Fortsetzung unseres Stadtrundgangs in Bremen lernen Sie heute den Marktplatz mit seinen architektonischen Schmuckstücken kennen. Und Sie können sich mit eigenen Augen und Ohren davon überzeugen, dass es die Bremer Stadtmusikanten doch bis in die Hansestadt geschafft haben – anders als im Märchen geschildert.
Nach kurzer Fahrt mit Bus erreichen wir Fischerhude. Der kleine Ort liegt idyllisch inmitten mehrerer Seitenarme der Wümme. Historische Backstein- und Fachwerkhäuser, darun-ter einige prachtvolle Vierständerhöfe, bilden entlang der vor sich hin gluckernden Wasserläufe ein einzigartiges Ensemble. Einst lebten die Menschen hier von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Doch dann entdeckten Künstler den malerischen Ort und ließen sich hier nieder.
Pionier war 1896 Otto Modersohn, der im Jahre 1901 eine gewisse Paula Becker heiratete. Nachdem Modersohn den Ort entdeckt hatte, entwickelte sich Fischerhude schnell zum Anziehungspunkt für Malerinnen und Maler. Auch heute noch gilt Fischerhude als Künstlerdorf – und die Nachfahren des Künstlers betreuen heute das Otto-Modersohn-Museum. Führung durch das Museum sowie durch das Heimathaus Irmintraut und den Ort.
Am späten Nachmittag Rückfahrt über Bremen nach Brilon (oder mit der Bahn ab Bremen zu Ihrem Heimatort).