Künstlerkolonien in Worpswede und Fischerhude (VHS Brilon)

Kunstreise nach Bremen und Worpswede in Kooperation mit der VHS Brilon-Marsberg-Olsberg

Fahren Sie mit uns zu den Höhepunkten des Expressionismus in Bremen und Worpswede, zu Paula Modersohn-Becker, den Künstlerkolonien und Museen in Bremerhaven.

Worpswede zählt zu den herausragendsten Künstlerkolonien in ganz Europa. Das liegt zum einen daran, dass sich rund um 1900 eine Reihe innovativer, die Malerei nachhaltig beeinflussender Künstler in dem abgeschiedenen Ort, der auf einer Erhebung über dem Teufelsmoor thront, hier niederließen. Darunter waren auch einige bahnbrechende Künstlerinnen – von denen Paula Modersohn-Becker die berühmteste war.

Zum anderen konnte der Ort bis heute seinen idyllischen Charme bewahren. Und einige der Wohn-, Atelier- und Ausstellungsräume, die die mehrere Künstler-Generationen hier herrichteten und schufen, sind bis heute erstklassige Museen und Galerien. Sie überzeugen nicht nur durch hochwertige Sammlungen und außergewöhnliche expressionistische oder Jugendstil-Architektur, sondern seit Jahrzehnten auch durch klug und abwechslungsreich kuratierte Sonderausstellungen.

Übernachtungsstandort ist Bremen, von wo aus man zügig nach Worpswede und Fischerhude gelangt. Selbstverständlich besuchen wir auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Und dazu zählt nicht nur das mittelalterliche Gebäude-Ensemble rund um Dom, Rathaus und Marktplatz, sondern auch die expressionistisch gestaltete Böttcherstraße mit dem Paula Modersohn-Becker Museum.

Besonderheiten dieser Reise

  • Worpswede ganz entspannt erkunden
  • Paula Modersohn-Becker in Bremen
  • Expressionistische Architektur in Bremen und Worpswede
  • Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude
  • Klimahaus & Auswandererhaus Bremerhaven
  • Historisches Bremen

Für alle weiteren Details lesen Sie bitte den Reiseverlauf weiter unten.

100% Klimaschutzbeitrag inklusive
Bei jeder Reise entstehen auch vor Ort z.B. durch Transfers, Übernachtungen und Verpflegung teils klimaschädliche Emissionen (für diese Reise p.P. ca. 50 kg CO2e). In der Höhe von 100% dieses unvermeidlichen CO2e-Ausstoßes leisten wir über unseren Partner atmosfair einen Klimaschutzbeitrag, durch den nachweislich wirksame Projekte im globalen Süden gefördert werden. Mehr über den Klimaschutzbeitrag erfahren.

Information zur Gruppengröße: Diese Reise findet in Kooperation mit der VHS Brilon-Marsberg-Olsberg statt. Die Gruppengröße liegt daher in diesem Fall bei 20 - 34 Teilnehmern.

1. Tag: Anreise nach Bremen, Böttcherstraße und Co
Anreise nach Bremen (aus Brilon mit dem Reisebus oder ab jedem anderen Ort indidivuell mit der Bahn)
Zu Beginn der Reise erkunden wir mit unserer Führerin die Böttcherstraße – das Meisterwerk des Bildhauers und Baumeisters Bernhard Hoetger. Der verwinkelte Straßenzug – eigentlich eine enge Fußgängergasse – ist eines der herausragendsten Beispiele der expressionistischen Architektur weltweit. Während die meisten Mauern des Gebäudekomplexes durchgängig im Stil des Klinkerexpressionismus gehalten sind, überrascht das im Inneren gelegene Haus Atlantis mit einem Saal, dessen Deckengewölbe in blauen und weißen Glasbausteinen gehalten ist: der Himmelssaal. Wenn aktuell keine Veranstaltungen dort stattfinden, können wir auch dieses – im wahrsten Sinne des Wortes – Highlight besichtigen.

Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss widmen wir uns am Nachmittag ganz der aktuellen Ausstellung im Paula Modersohn-Becker-Museum.

Zimmerbezug im zentral gelegenen Hotel und gemeinsames Abendessen.

2.Tag: Künstlerkolonie Worpswede
Der Reisebus bringt uns vorbei an Wiesen und Auen direkt zu einem bedeutenden Baudenkmal Worpswedes: dem Jugendstil-Bahnhof. Dort treffen wir unsere Stadtführerin, die uns durch die Künstlerkolonie führt. Selbstverständlich gehen wir zum Grab von Paula Modersohn-Becker, die bereits mit 31 Jahren verstarb. Außerdem kommen wir an der so genannten Käseglocke vorbei, einem Wohnhaus nach einem expressionistischen Entwurf von Bruno Taut.

Generell spielt der Expressionismus in Worpswede nicht nur in der Malerei eine bedeutende Rolle, sondern auch in der Architektur. Unter der Federführung von Bernhard Hoetger, der später die einzigartige Böttcherstraße in Bremen schuf, entstand das Kaffee Verrückt. Der Fachwerk-Ziegelbau mit seinen krummen Balken sowie den wild vor- und zurück-springenden Ziegeln zählt zu den Schlüsselwerken des Backsteinexpressionismus. Direkt daneben im selben Stil: die Große Kunstschau – ebenfalls von Hoetger errichtet. Neben Wechselausstellungen sind hier herausragende Arbeiten der legendären Worpsweder Künstler zu sehen, darunter Heinrich Vogeler, Fritz Mackensen, Paula Modersohn-Becker, Ottilie Reylaender, Otto Modersohn etc.

À propos Heinrich Vogeler: Der Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist zählt zu den Mitbegründern der Künstlerkolonie Worpswede. Bekannt wurde er vor allem durch seine Jugendstil-Arbeiten. Er schloss sich schon früh der Künstlergruppe um Otto Modersohn an und gestaltete ab 1895 seinen Barkenhoff – eine nach den Prinzipien des Jugendstils umgebaute Bauernkate. Der Barkenhoff präsentiert heute Ausschnitte aus dem reichhaltigen Oeuvre des Mulitalents: selbst entworfene Möbel, Grafiken und Gemälde.

Zwischendurch gemeinsames Mittagessen in Worpswede. Am späten Nachmittag bzw. frühen Abend Rückfahrt nach Bremen. Freie Abendgestaltung.

3.Tag: Bremerhaven: Auswandererhaus und Klimahaus
Der Bus bringt uns heute nach Bremerhaven. Am Vormittag führt der Weg ins Deutsche Auswandererhaus, wo bewegende Geschichten von Millionen Menschen lebendig werden, die von Bremerhaven in die Welt aufbrachen. Multimediale Inszenierungen lassen hautnah spüren, wie es war, alles hinter sich zu lassen und in eine neue Heimat aufzubrechen.

Nach einer genussvollen Mittagspause im stilvollen Museumscafé, mit Blick auf den Alten Hafen, geht die Reise weiter – diesmal rund um den Globus. Im Klimahaus Bremerhaven folgen wir dem Längengrad 8° Ost auf eine faszinierende Weltreise durch verschiedene Klimazonen. Von der tropischen Hitze Kameruns bis zur frostigen Kälte der Antarktis: hautnah, interaktiv und wissenschaftlich fundiert.

Am frühen Abend Rückfahrt nach Bremen und gemeinsames Abendessen.

4. Tag: Bremen – Fischerhude – Heimreise
Bei der Fortsetzung unseres Stadtrundgangs in Bremen lernen Sie heute den Marktplatz mit seinen architektonischen Schmuckstücken kennen. Und Sie können sich mit eigenen Augen und Ohren davon überzeugen, dass es die Bremer Stadtmusikanten doch bis in die Hansestadt geschafft haben – anders als im Märchen geschildert.

Nach kurzer Fahrt mit Bus erreichen wir Fischerhude. Der kleine Ort liegt idyllisch inmitten mehrerer Seitenarme der Wümme. Historische Backstein- und Fachwerkhäuser, darun-ter einige prachtvolle Vierständerhöfe, bilden entlang der vor sich hin gluckernden Wasserläufe ein einzigartiges Ensemble. Einst lebten die Menschen hier von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Doch dann entdeckten Künstler den malerischen Ort und ließen sich hier nieder.

Pionier war 1896 Otto Modersohn, der im Jahre 1901 eine gewisse Paula Becker heiratete. Nachdem Modersohn den Ort entdeckt hatte, entwickelte sich Fischerhude schnell zum Anziehungspunkt für Malerinnen und Maler. Auch heute noch gilt Fischerhude als Künstlerdorf – und die Nachfahren des Künstlers betreuen heute das Otto-Modersohn-Museum. Führung durch das Museum sowie durch das Heimathaus Irmintraut und den Ort. 

Am späten Nachmittag Rückfahrt über Bremen nach Brilon (oder mit der Bahn ab Bremen zu Ihrem Heimatort).

Teilnehmerzahl: min. 15 / max. 34 Personen
Bei Unterschreiten der Mindestteilnehmerzahl kann der Reiseveranstalter bis 30 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten.

Nach Buchungsabschluss ist eine Anzahlung in Höhe von 25 Prozent des Reisepreises zu leisten. Der Restbetrag wird 28 Tage vor Reisebeginn fällig.

Zimmer Preis Bemerkung
Einzelzimmer 1.370 €
Doppelzimmer 1.155 €

Verbindliche Buchung
  • Busreise im modernen Reisebus ab/an Brilon mit der VHS Brilon-Marsberg-Olsberg. Alternativ individuelle Anreise mit der Bahn zubuchbar.

  • 3x ÜN/F im ****Dorint Hotel Bremen
  • Tourismusabgabe Bremen
  • 3x Mittagessen (ohne Getränke)
  • 2x Abendessen (ohne Getränke)
  • Führungsprogramm und Eintritte lt. Programm
  • Quietvox-Tourguide-Kopfhöhrersystem
  • IBK-Skript "Expressionismus"
  • Klimaschutzbeitrag über atmosfair in Höhe von 100% des CO2e-Ausstoßes des Landprogramms
  • Anreise nach Bremen und zurück, sofern Abfahrtort nicht Brilon. Wir organisieren gerne die Bahnfahrkarten für Sie.
  • Getränke während der gemeinsamen Essen
  • Reiseversicherung: Wir empfehlen eine Reiserücktrittversicherung, die Sie unkompliziert unter reiseschutz.kulturtours.de buchen können.

Information zur Gruppengröße: Diese Reise findet in Kooperation mit der VHS Brilon-Marsberg-Olsberg statt. Die Gruppengröße liegt daher in diesem Fall bei 20 - 34 Teilnehmern.


Diese Reise ist grundsätzlich nicht für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Sollten Sie in Ihrer Mobilität eingeschränkt sein, nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt mit uns auf. Wir klären dann individuell, inwiefern eine Teilnahme für Sie an dieser Reise möglich ist. ARB des Reiseveranstalters als PDF

Darauf können Sie sich besonders freuen


Die Wümme in Fischerhude Die Wümme in Fischerhude © IBK Kulturtours

Idyllisches Fischerhude

Fischerhude zählt zu den besonders pittoresken Ortschaften im nördlichen Niedersachsen. Hier stößt man nicht nur auf diverse prachtvolle Vierständerhöfe, wie sie etwa auch in der Heide oder dem Wendland verbreitet sind. Das Dorf ist zudem von mehreren Wasserläufen durchzogen, die einst mit ihrem Fischreichtum eine wichtige Grundlage für den frühen Wohlstand der Bevölkerung war, heute aufgrund der idyllischen Ufer insbesondere von Wochenendausflüglern geschätzt wird.

Der - im wahrsten Sinne des Wortes - malerische Ort wurde schon im späten 19. Jahrhundert von Künstlern entdeckt. Und auch heute noch leben und arbeiten hier Künstler, Kunsthandwerker, Kreative...

Paula Modersohn-Becker: Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag Paula Modersohn-Becker: Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag © Museen Böttcherstraße

Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlerinnen der Frühmoderne. Die aus Dresden stammende Malerin schloss sich 1898 der Künstlerkolonie Worpswede an - und setzte mit ihrer Malweise völlig neue Impulse: Ihre dynamischen Pinselstriche führen zu einem flächigen und dabei gleichzeitig reliefartigen Farbauftrag. Vieles deutet sie in ihren Bildern - die Kleidung, der Hintergrund - nur vage an. Der Blick des Betrachters wird so automatisch auf das Wesentliche gelenkt. In ihren zahlreichen Porträts ist es der pointiert dargestellte Gesichtsausdruck, der den Bildern Leben einhaucht.

Mit dieser Malweise war sie ihrer Zeit weit voraus - und gleichzeitig Pionierin für die erste Stilrichtung der Moderne, die in Deutschland so richtig Fahrt aufnehmen sollte: der Expressionismus.

Böttcherstraße mit Modersohn-Haus Böttcherstraße mit Modersohn-Haus © IBK Kulturtours

Böttcherstraße in Bremen

Es handelt sich um die wohl ausdrucksstärkste Straße Bremens: Das Böttcherstraßen-Ensemble entstand in der Zeit von 1922 bis 1931 nach Entwürfen von Bernhard Hoetger. Der Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker hatte sich zuvor vor allem mit Wandreliefs und Skulpturen auf der Mathildenhöhe Darmstadt, in Bern und in Hannover sowie mit dem expressionistischen Café Worpswede einen Namen gemacht. Seinen Willen zum Gesamtkunstwerk brachte er schon 1916/17 mit den Entwürfen für die TET-Stadt in Hannover zum Ausdruck - ein Projekt, das von Hermann Bahlsen gefördert, infolge des Ersten Weltkriegs jedoch nie umgesetzt wurde.

Nach dem Krieg erhielt Hoetger dann vom Bremer Kaufmann Ludwig Roselius die Gelegenheit, seine Visionen bei der Neugestaltung der Böttcherstraße umzusetzen. Zwischen dem Markt und dem Weserufer entstand so ein expressionistisches Meisterstück, zu dem der Himmelssaal mit einem Dach aus bunten Glasbausteinen genauso gehört wie das beliebte Glockenspiel.