Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist zweifellos eine der großen Jugendstil-Stätten in Europa. Zu verdanken haben wir dieses einzigartige Art Nouveau-Ensemble dem Großherzog Ernst Ludwig, der 1899 oberhalb des historischen Zentrums eine Künstlerkolonie einrichten ließ. Auf Anregung des Kunstverlegers Alexander Koch lud er die sieben Jugendstilkünstler Peter Behrens, Paul Bürck, Rudolf Bosselt, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich. Sie erhielten den Auftrag, neuzeitliche und zukunftsweisende Bau- und Wohnformen zu entwickeln.
Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst
Der Großherzog erhoffte sich aus der dabei angestrebten Verbindung von Kunst und Handwerk unter dem Leitspruch „Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst“ eine wirtschaftliche Belebung für sein Land, das Großherzogtum Hessen – und öffnete dafür seine Schatulle. Mit der Zeit entstand so ein Jugendstil-Ensemble, das weltweit seinesgleichen sucht.
Darmstadt wurde jedoch nicht erst durch die Mathildenhöhe zu einem bedeutenden Kulturstandort. Die Stadt war schon von 1567 an Residenzstadt der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, das 1806 im Großherzogtum Hessen aufging. Und schon die Vorfahren des Großherzogs Ernst Ludwig waren aufgeschlossene Förderer der Künste, der Architektur und der Wissenschaften. Im Stadtbild, das die Narben des Zweiten Weltkriegs nicht verbergen kann, stößt man auf beeindruckende historische Bauten, darunter die klassizistische Ludwigskirche, das Residenzschloss mit seiner barocken Gliederung, das Rathaus mit den Renaissance-Giebeln.
Unerwartete Schätze bietet zudem das Hessische Landesmuseum Darmstadt. Neben seiner erstklassigen naturkundlichen Sammlung überrascht vor allem der vielfältige Bestand an Malerei vom Mittelalter bis in die klassische Moderne hinein und der eigenwillige „Wald der Skulpturen“, einem ungewöhnlich arrangierten „Who is Who“ der abstrakten Bildhauerei des 20. und 21. Jahrhunderts.
À propos Wald: Am Stadtrand bietet Darmstadt mit dem „Internationalen Waldkunst Zentrum“ und dem „Internationale Waldkunstpfad“ noch ein weiteres Kunst-Unikat. Naturerfahrung und Beschäftigung mit zeitgenössischer Kunst gehen hier fließend ineinander über. Anders als in einem klassischen Skulpturenpark entstehen viele Werke unmittelbar im Wald und setzen sich mit dessen ökologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen auseinander. Entlang des Rundwegs sind dauerhaft beziehungsweise längerfristig erhalten geblieben. Bei einer kleinen Wanderung kommt man an Installationen, Skulpturen und ortsbezogenen Arbeiten vorbei, die teilweise aus Naturmaterialien bestehen und sich durch Witterung und natürliche Prozesse verändern.
Die Höhepunkte im Überblick:
- Ein ganzer Tag für die Mathildenhöhe
- Kunstschätze im Landesmuseum: Beuys, Cranach, Kirchner, Hepworth…
- Kunstforum der Technischen Universität
- Waldkunst mit kleiner Wanderung entlang des Skulpturenparcours
- Entspannen im Jugendstil-Bad
Für alle weiteren Details lesen Sie bitte den Reiseverlauf weiter unten.

Mathildenhöhe Darmstadt
© Harald Kother
Sammlung Simon Spierer: Ein Wald der Skulpturen
© Harald Kother
Internationaler Waldkunstpfad
© Harald Kother