Die Künstlerinnen-Geschichte

Bis ins 19. Jhdt. hinein scheint die Kunstgeschichte nur von Männern geprägt zu sein. Doch das täuscht: Seit der Renaissance gab es während aller Epochen Künstlerinnen, die technisch und thematisch auf der Höhe der Zeit waren – oder ihr sogar voraus. Der kunsthistorische Ablauf lässt sich somit in weiten Teilen auch anhand rein weiblicher Arbeiten aufzeigen

Kunstwerke weltweit verteilt

Zwar sind die unterschiedlichen Arbeiten auf viele Standorte in aller Welt verteilt. Schießlich haben nicht wenige Bilder über die Jahrhunderte ihre Besitzer gewechselt. Außerdem musste so manche Künstlerin in früherer Zeit sich auf Wanderschaft begeben, um diesen Beruf ausüben zu können, wodurch die Arbeiten über viele Länder verstreut wurden.

Doch es gibt Cluster:
So finden sich etwa in den großen Museen der Niederlande zahlreiche Stillleben, die von Frauen gemalt wurden. Darunter die außerordentlich präzisen und plastischen Blumenstillleben von Rachel Ruysch. London wiederum, die Hauptstadt des fortschrittlichen Großbritanniens, in dem Frauen schon früh höchste Ämter bekleideten, zog talentierte Malerinnen aus ganz Europa an. Und selbstverständlich war Paris - im 19. und frühen 20. Jahrhundert de facto die Welthauptstadt der Kunst - ebenfalls ein Pflaster, in dem Frauen sich früh als Künstlerinnen etablieren konnten.

Ein Cluster ganz anderer Art hat sich entlang der Ostküste der USA gebildet. Seit dem späten 19. Jahrhundert bauten dort zu Reichtum gekommene Mäzene beeindruckende Sammlungen auf - und kauften zahlreiche Werke aus dem alten Europa an. Darunter waren auch immer wieder herausragende Arbeiten aus Frauenhand, von denen es bis ins 19. Jahrhundert hinein so viele gibt. In den Museen Washingtons, Philadelphias und New York Citys lässt sich die Künstlerinnen-Geschichte daher stringent von der Renaissance bis in die Gegenwart am Original verfolgen.

Reise-Trilogie: Holland, London, Paris - und USA

Da man nicht an allen Orten gleichzeitig sein kann, bauen wir unsere Reise zur Künstlerinnen-Geschichte als Trilogie auf:

Teil 1 führt Sie zunächst ins Goldene Zeitalter der Niederlande, bevor wir dann mit der Fähre noch England übersetzen und in London bis in die Kunst der Gegenwart vorstoßen:
Die Künstlerinnen-Geschichte: Holland-London

Teil 2 hat - direkt im Anschluss - Paris zum Ziel. Vom Klassizismus bis zur klassischen Moderne war die Stadt lange das wichtigste Zentrum der Kunst weltweit, in dem natürlich auch herausragende Malerinnen und Bildhauerinnen gewirkt haben:
Die Künstlerinnen-Geschichte: Paris

Teil 3 befindet sich noch in Vorbereitung. Diese Reise ist für Herbst 2023 geplant und wird Sie in die großen Museen in Washington, Philadelphia und New York führen. Weltweit einzigartig ist dort insbesondere das National Museum of Women in the Arts in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Die Sammlung des Museums reicht von der Renaissance bis in die Gegenwart. Alle wichtigen Künstlerinnen vom 16. bis ins 20. Jahrhundert hinein sind dort vertreten. Aber auch die National Gallery, das MET, das MoMA und das Philadelphia Museum of Art sind sehr gut bestückt, je nach Sammlungsschwerpunkt.
Hinzu kommt: Nach 1945 hat sich New York City zur neuen Welthauptstadt der Kunst entwickelt, so dass die Stadt zu den besten Adressen zählt, um sich auf die Spuren der Frauen in der modernen und zeitgenössischen Kunst zu machen.