1. Tag (Di. 27.10.): Flug nach Chicago
Flug nach Chicago, voraussichtlich mit British Airways / American Airlines via London Heathrow. Die einzelnen Teilnehmer aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, Österreich und der Schweiz treffen in London aufeinander. Gemeinsamer Weiterflug nach Chicago.
Nach Ankunft und Einreise Fahrt mit der Flughafen-Metro in die Innenstadt, wodurch wir den zahlreichen Staus auf den verstopften Highways ausweichen können.
Zimmerbezug unseres zentral gelegenen Hotels. Je nachdem, wann wir ankommen, bleibt noch Zeit für einen ersten Bummel durch die Wolkenkratzerschluchten und zum Lake Michigan.
4x Übernachtung in Chicago.
2. Tag (Mi. 28.10.): Stadtführung, Mies van der Rohe und Willis Tower
Wir beginnen den Tag mit einer Stadtführung, wobei wir uns insbesondere der Skyline und ihrer Mischung aus historischen und modernen Gebäuden widmen. Als Geburtsort des Wolkenkratzers hat Chicago eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des Hochhausbaus gespielt, insbesondere nach dem großen Brand von 1871, der eine neue Ära der Architektur einleitete. Das Stadtbild ist gleichermaßen geprägt von Art Déco und Neoklassizismus, sowie von moderner und postmoderner Architektur.
Einen ganz besonderen Einfluss auf die architektonische Entwicklung Chicagos hatte Ludwig Mies van der Rohe, der letzte Direktor des Bauhauses. Nach seiner Emigration aus Deutschland prägte er die moderne Architektur in den USA maßgeblich und war Leiter der Architekturabteilung am Illinois Institute of Technology (IIT) in Chicago. Mies setzte dort seine Vision von „weniger ist mehr“ um und entwickelte eine klare, reduzierte Formensprache, die den Einsatz von Glas und Stahl betonte. Seine Werke, wie die Lake Shore Drive Apartments und die S.R. Crown Hall am IIT-Campus, gelten als Meilensteine des internationalen Stils. Diese Gebäude zeigen Mies' Streben nach funktionaler Eleganz und struktureller Klarheit, die bis heute das Stadtbild und die Architekturwelt beeinflussen. Am Nachmittag werden wir einen Architektur-Rundgang über den IIT-Campus unternehmen, für den Mies den Masterplan entwarf und insgesamt 15 Gebäude beisteuerte.
Zwischendurch Besuch des Art Institut of Chicago.
Den Abend werden wir dann auf dem Willis Tower verbringen, bis 2009 als Sears Tower bekannt und bei seiner Eröffnung 1974 mit 442 Metern das höchste Gebäude der Welt.
3. Tag: (Do. 29.10.): Frank Lloyd Wright in Chicago
Frank Lloyd Wright begann 1887 seine Karriere in Chicago bei Adler & Sullivan, wo er unter Louis Sullivan mit den Prinzipien der modernen Architektur in Berührung kam. Sullivan postulierte den Grundsatz „Form follows function“ und gilt als Mitglied der sog. Chicagoer Schule als einer der Väter des Wolkenkratzers.
Nach einigen Jahren Mitarbeit entschloss sich Frank Lloyd Wright 1893, in seinem Wohnort Oak Park, einem Vorort von Chicago, eine eigene Firma zu gründen. Dort entwickelte Wright den Grundsatz „Form follows function“ weiter und wandte ihn konsequent auf die Bedürfnisse von Wohnhäusern im mittleren Westen der USA an: weit überkragende Dächer, die gleichermaßen vor intensiver Sonnenstrahlung und starkem Schneefall schützen, eine starke horizontale Ausrichtung, damit sich die Gebäude optisch gut in die flache Landschaft eingliedern, und die konsequente Verwendung von natürlichen Materialien aus der Umgebung – der so genannte „Prairie Style“.
In Oak Park entstanden so innerhalb weniger Jahre rund 25 Jahre aus der Feder desselben Architekten, darunter auch das Frank Lloyd Wright Home and Studio, in dem er von 1889 bis 1909 lebte und arbeitete. Wir fahren mit der Vorortbahn dorthin, besuchen das berühmte Haus von innen und lernen bei einem Rundgang einen Teil der anderen Häuser von außen kennen. Eine Innenbesichtigung ist zudem im Unity Tempel geplant, der als Meilenstein in der modernen sakralen Architektur gilt. Anders als bei den Prairie Houses setzte Wright hier konsequent auf Stahlbeton, wodurch die klaren geometrische Formen und die eindrucksvolle, lichtdurchflutete Innenraumgestaltung möglich wurde. Der Innenraum des Unity Temple symbolisiert Gemeinschaft und Gleichheit: Bänke sind amphitheaterartig angeordnet, sodass alle Besucher den gleichen Blick auf den Altar haben. Dieses Meisterwerk betont Wrights Idee einer „demokratischen Architektur“.
4. Tag (Fr. 30.10.): Farnsworth House
Heute erneut Fahrt in einen Vorort mit Bus und Bahn sowie Fahrdienst/Taxi: Etwa 50 Meilen westlich der Innenstadt, bei der Kleinstadt Plano, befindet sich das Farnsworth House – eines der berühmtesten Bauwerke von Ludwig Mies van der Rohe. Das zwischen 1945 und 1951 errichtete Wohnhaus gilt als Meisterwerk des modernen Minimalismus. Wie kaum ein anderes Gebäude verkörpert es Mies' Konzept das „Weniger ist mehr“. Das Haus besteht aus einer einfachen Stahl- und Glaskonstruktion. Es schwebt förmlich über der Erde, um es vor Überflutungen des nahen Flusses zu schützen. Der Grundriss ist offen, nach außen hin gibt es keine Wände, sondern nur raumhohe Glasfronten und kaum sichtbare Stahlträger, so dass der Wohnraum nahezu übergangslos mit der umgebenden Natur verschmilzt. Einzig der innere Kern, in dem sich die sanitären Einrichtungen befinden, verfügt über feste Wände.
Ursprünglich als Wochenendhaus für die Ärztin Edith Farnsworth konzipiert, steht das Farnsworth House heute als Denkmal und Symbol für die klare, reduzierte Architektur der Moderne und kann besichtigt werden.
Gemeinsames Lunch in Plano oder Umgebung und Rückfahrt nach Chicago. Am späten Nachmittag freie Zeit für Shopping o.ä.
5. Tag (Sa. 31.10.): Flug nach Pittsburgh
Am Morgen besuchen wir das Museum of Contemporary Art, das sich ganz in der Nähe des Hotels befindet. Im Anschluss bleibt noch etwas Zeit für Chicago, z.B. für Shopping o.ä., bevor wir am Nachmittag mit der Metro zum Flughafen für den Flug nach Pittsburgh fahren.
Am Abend Landung in Pittsburgh und Transfer zum Hotel. Pittsburgh, die „Steel City“, ist für seine industrielle Vergangenheit und die zahlreichen Brücken bekannt, die die Stadt prägen. Das historische Herz der amerikanischen Stahlindustrie liegt in einem Talkessel am Zusammenfluss der Flüsse Allegheny, Monongahela und Ohio.
Kunstfreunden ist Pittsburgh zudem als Geburtsort und Ausbildungsstätte Andy Warhols bekannt. Der Mitbegründer der Pop Art kam hier im Jahr 1928 zur Welt und studierte Gebrauchsgrafik am Carnegie Institute of Technolog.
2x Übernachtung in Pittsburgh.
6. Tag (So. 01.11.): Carnegie Museum of Art und Andy Warhol
Schon 1895 stiftete der Industrielle Andrew Carnegie ein Kunstmuseum – das Carnegie Museum of Art. Es zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen der USA und gilt als eines der ersten Museen für zeitgenössische Kunst. Denn der Stifter und Mäzen hatte es als eine Sammlung „lebender Künstler“ konzipiert. Mittlerweile zählen diese einst zeitgenössischen Arbeiten jedoch zur klassischen Moderne, darunter Werke des französischen Impressionismus und Post-Impressionismus. Inzwischen umfasst die Sammlung zahlreiche weitere Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Architekturskizzen aus allen Epochen – von der Renaissance bis heute, aus Amerika, Europa und anderen Erdteilen.
Am Nachmittag besuchen wir dann das Andy Warhol Museum. Es handelt sich um das größte Museum der Welt, das einem einzigen Künstler gewidmet ist. In dem 1994 eröffneten Museum sind auf sieben Etagen Gemälde, Drucke, Fotografien, Skulpturen und Filme des Pop Art-Meisters zu sehen. Nirgendwo sonst lässt sich die Entwicklung Warhols von den frühen Jahren bis hin zu den berühmten Campbell’s Soup Dosen und Marilyn Monroe Porträts nachvollziehen.
Außerdem werden wir mit der historischen Standseilbahn „Monongahela Incline“ vom Flussufer auf den Mount Washington fahren. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Zusammenfluss des Allegheny und des Monongahela, aus denen der Ohio River hervorgeht – der größte linke Nebenfluss des Mississippi.
7./8. Tag (Mo. 02.11./Di. 03.11.): Fallingwater, Kentuck Knob und Polymath Park
Fahrt mit dem Bus ins Hinterland von Pennsylvania. Denn rund 70 Meilen südöstlich der alten Industriestadt liegt, inmitten des malerischen und mit Wäldern durchzogenen Ohiopyle State Park eines der berühmtesten Häuser der Welt: Fallingwater.
Fallingwater zählt völlig zurecht zu den Ausrufezeichen der modernen Architektur. Das 1935 erbaute Haus wurde über einem Wasserfall errichtet und scheint förmlich über dem Wasser zu schweben – ein Beispiel für Wrights Prinzip des „organischen Bauens“, das die Verbindung von Architektur und Natur betont. Fallingwater, einst das private Wohnhaus der Familie Kaufmann, ist heute ein Museum und zieht jährlich zig Besucher aus aller Welt an.
Außerdem erkunden wir Kentuck Knob, 1956 ebenfalls von Frank Lloyd Wright entworfen. Das elegante Wohnhaus befindet sich nur ein paar Meilen von Fallingwater entfernt und ist ein gutes Beispiel für Wrights charakteristischen Usonian-Stil. Dieser zeichnet sich durch eine klare, funktionale Gestaltung und den Einsatz natürlicher Materialien aus. Kentuck Knob ist harmonisch in die Umgebung integriert und bietet beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Ursprünglich als privates Wohnhaus für die Familie Hagan gebaut, ist es heute für die Öffentlichkeit zugänglich und gibt Besuchern Einblicke in Wrights Philosophie des organischen Bauens und seinen Sinn für innovative Raumgestaltung.
In der Region befindet sich dann noch ein weiterer Höhepunkt für Freunde der Architektur von Frank Lloyd Wright: Polymath Park. Ein Sammler und Mäzen hat dafür gesorgt, dass hier zwei Häuser des Architekten, die vom Abriss bedroht wurden, ein neues Zuhause gefunden haben. Außerdem befinden sich auf dem Gelände zwei Häuser, die von Wrights Schüler Peter Berndtson entworfen wurden. Insgesamt handelt es sich also um vier historische Häuser, die der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen – und zwar auf ganz besondere Art und Weise: Tagsüber sind Besichtigungen möglich. Wer rechtzeitig bucht, kann hier jedoch auch übernachten – wie in einem Ferienhaus.
Da eine kostenlose Stornierung dieser Häuser nicht möglich ist, können wir die Übernachtung erst buchen, wenn die Gruppe steht. Ob es mit der Übernachtung klappt, hängt also davon ab, wie zügig die Anmeldungen für diese Reise eingehen.
Übernachtung in den Hügeln des westlichen Pennsylvanias – sofern mögliche in Polymath Park! Am Nachmittag des Folgetags Rückfahrt nach Pittsburgh und Übernachtung dort.
9. Tag (Mi. 04.11.): Rückflug oder begleitetes Verlängerungsprogramm Lancaster-Wilmington-Philadelphia
Transfer zum Flughafen und Heimreise. Die Maschinen fliegen über Nacht zurück nach Europa, so dass Sie am Folgetag zu Hause ankommen werden.
Wenn Sie an unserem begleiteten Verlängerungsprogramm Interesse haben, lesen Sie bitte weiter unten weiter.
10. Tag (Do. 05.11.): Ankunft in Deutschland und Heimreise
Am Morgen Landung auf dem alten Kontinent. Im weiteren Verlauf ggf. Anschlussflüge nach Deutschland bzw. Österreich und in die Schweiz. Individuelle Heimreise von Ihrem Heimatflughafen. Über die Drehkreuze von American Airlines sind abhängig vom Flugplan ggf. Transatlantikflüge direkt nach Frankfurt und München möglich.
Begleitetes Verlängerungsprogramm Lancaster-Wilmington-Philadelphia
Bei diesem Verlängerungsprogramm tauchen Sie ins ländliche Amerika ein. Auf dem Programm steht die Begegnungen mit den Amish – genauso wie Besuche in den Wohnhäusern bzw. Ateliers einiger der wichtigsten US-amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts: Charles Demuth, N.C. Wyeth, Andrew Wyeth.
Endpunkt des Programms sind die Ostküsten-Städte Wilmington und Philadelphia, die beide eine vielfältige Kunst- bzw. Museumslandschaft haben.
Mindestteilnehmerzahl des begleiteten Verlängerungsprogramms: 5 Personen
9. Tag (Mi. 04.11.): Bahnfahrt quer durch Pennsylvania & Charles Demuth Museum
Am Morgen Transfer zum Bahnhof und Fahrt mit der guten alten Eisenbahn quer durch den US-Bundesstaat Pennsylvania in Richtung Atlantik. Die Fahrt führt quer durch die Appalachen und gehört zu den landschaftlich besonders reizvollen Routen im Osten der USA.
Am Mittag Ankunft in Lancaster, PA. Transfer zum Hotel und Check in.
Dann beschäftigen wir uns mit amerikanischer Kunst und „begegnen“ einem der herausragendsten Vertreter der Moderne in den Vereinigten Staaten: Charles Demuth. Der Maler wurde 1883 hier in Lancaster, Pennsylvania, geboren und gilt als einer der Wegbereiter des sog. Präzisionismus, der als eine der ersten genuin modernen Kunstrichtungen in den Vereinigten Staaten gilt.
Bildmotive des Präzisionismus sind vor allem Großstädte, Industriekomplexe und andere technische Einrichtungen, die mit präzisen geometrischen Formen und perfekten Farbverläufen möglichst ohne Unreinheiten dargestellt werden. Diese Bilder inspirierten nachfolgende Künstlergenerationen wiederum u.a. zum Fotorealismus. Speziell Demuth verband die Klarheit industrieller Formen zudem mit einer feinsinnigen, fast lyrischen Bildsprache, machte sich aber auch mit Blumenbildern einen Namen.
Das Demuth Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus in Lancaster zeigt Aquarelle, Zeichnungen und Ölbilder, die Demuths Entwicklung vom sensiblen Beobachter seiner Heimatstadt zum Meister der modernen Form nachzeichnen. Ergänzt wird die Sammlung durch persönliche Gegenstände und Dokumente, die Einblicke in sein Leben, seine Pariser Studienzeit und seine enge Beziehung zur amerikanischen Literaturszene geben.
2 Übernachtungen in Lancaster.
10. Tag (Do. 05.11.): Historisches Lancaster & Besuch bei den Amish
Der Vormittag steht zur freien Verfügung – für Shopping und Entspannung, z.B. bei einem gemütlichen Bummel durch das historische Zentrum der Stadt. Zahlreiche Gebäude aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind erhalten und beheimaten heute charmante Cafés, gute Restaurants für jeden Geschmack und diverse Boutiquen. In der alten Markthalle findet nach wie vor mehrmals wöchentlich ein Bauernmarkt statt, bei dem die Erzeuger aus dem Umland ihre Waren anpreisen.
Am Nachmittag fahren wir hinaus aufs Land. Denn das Lancaster County rund um die gemütliche 60.000 Einwohner-Stadt zählt zu den wichtigsten Siedlungsgebieten der Amish. Diese religiöse Gemeinschaft grenzt sich seit dem 18. Jahrhundert bewusst von der modernen Welt ab. Sie führen ein einfaches, gemeinschaftsorientiertes Leben und verzichten soweit es geht auf Autos, Elektrizität oder digitale Medien. Kleidung, Bräuche und Werte folgen klaren religiösen Prinzipien, die Demut, Fleiß und Bescheidenheit betonen. Handwerk, Landwirtschaft und familiärer Zusammenhalt prägen den Alltag. In eigenen Geschäften und auf Märkten bieten sie ihre Waren an. Wer den Amish begegnet, trifft auf eine stille, in sich ruhende Kultur.
Zum Abendessen werden wir Gäste einer amischen Familie sein. Freuen Sie sich auf gute Hausmannskost und erhellende Gespräche!
11. Tag (Fr. 06.11.): Brandyvine Museum of Art mit N.C. & Andrew Wyeth Studios
Fahrt mit dem Kleinbus ins 50 Meilen entfernte Chadds Ford. Hier befinden sich die Wohn- und Atelierhäuser zweier für die USA ebenfalls außerordentlich wichtiger Künstler: N.C. Wyeth und Andrew Wyeth – Vater und Sohn. N.C. Wyeth wurde mit der Illustration für Robert Louis Stevensons Roman „Die Schatzinsel“ weltberühmt. Es folgten weitere bedeutende Illustrationen, u.a. für „Robinson Crusoe“, „Robin Hood“ etc. Obwohl Wyeth auch Landschaften, Porträts, Stillleben sowie großformatige Wandgemälde schuf, galt er in der Öffentlichkeit lange eher als Illustrator, denn als freier Künstler.
Im Gegensatz dazu schaffte es sein Sohn Andrew schon zu Lebzeiten, allein mit der Malerei erfolgreich zu sein. Andrew Wyeth zählt zu den bekanntesten und populärsten US-amerikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts – und das, obwohl er nie zur New Yorker Avantgarde-Szene der Nachkriegszeit zählte, die die Kunstgeschichte maßgeblich prägte. Der jüngere Wyeth schuf realistische Abbildungen von ländlichen Szenen, die jedoch nicht einfach nur das Land und seine Bewohner zeigen, sondern auch subtile Einblicke in die psychische und soziale Verfasstheit der oder des Bildgegenstands geben. Heute hängen seine Bilder auch in den großen Museen der USA.
Vater und Sohn haben sich jeweils ein stattliches Wohn- und Atelierhaus gebaut, die beide heute im Rahmen eines geführten Rundgangs besichtigt werden können. Ausgangspunkt ist das idyllisch am gleichnamigen Fluss gelegene Brandyvine Museum of Art, das sich in wechselnden Ausstellungen dem Oeuvre von Vater und Sohn, aber auch anderen regionalen Künstlern widmet. Außerdem ist der Enkelsohn Jamie Wyeth dort mit Arbeiten vertreten, der nicht zuletzt für seine Porträts von John F. Kennedy und Andy Warhol bekannt ist.
Wir nehmen uns Zeit für beide Ateliers sowie das Museum. Weiterfahrt am Nachmittag ins nur eine halbe Autostunde entfernte Wilmington, die größte Stadt des US-Bundesstaats Delaware. Die an der weitläufigen Mündung des Delaware River in den Atlantik gelegene Hafenstadt mit gerade einmal 70.000 Einwohnern bietet eine überraschend lebendige Kunstszene und veranstaltet an jedem ersten Freitag des Monats den sog. „Art Loop“ – eine lange Nacht der Galerien. Der 07.11. ist der erste Freitag des Museums, so dass wir uns nach dem Check in im Hotel ins Kunst-Getümmel der Stadt stürzen können.
2 Übernachtungen in Wilmington
12. Tag (Sa. 07.11.): Präraffaeliten im Delaware Art Museum, Rockwood Park & Museum
Am Morgen besuchen wir das Delaware Art Museum, das neben amerikanischer Kunst vom 19.-21. Jahrhundert über eine überraschende Sammlung britischer Präraffaeliten verfügt. Dante Gabriel Rossetti, Edward Burne‑Jones, William Holman Hunt… – die wichtigsten Vertreter dieser der englischen Romantik Mitte des 19. Jahrhunderts entsprungenen Künstlergruppe sind mit Werken vertreten. Ihr Ziel war es, zu einer „beseelten“ Malerei der Vor-Renaissance zurückzufinden. Dabei schufen sie ausdrucksstarke Werke, die bewusst die Errungenschaften der Renaissance – Perspektive, korrekte Proportionen, realistische Farbwahl – infrage stellten. Sie wandten sich mythologischen, literarischen und biblischen Sujets zu, die sie mit liebevoll ausgeführte Details und lebendigen Farben in Szene setzten. Die Präraffaeliten hatten großen Einfluss auf die sich etwa zeitgleich entwickelnde Arts and Crafts-Bewegung.
Diese außergewöhnliche Sammlung wurde vom Industriellen Samuel Bancroft Jr. aufgebaut, der sie sie 1935 dem Museum übergab.
Außerdem verfügt das Museum über einen Skulpturengarten sowie ein Café, das zur Mittagspause einlädt.
Im Anschluss Fahrt zum Rockwood Park & Museum, ein herrliches Beispiel für ein typisch amerikanisches ländliches Herrenhaus mit weitläufigem Parkgelände aus dem 19. Jahrhundert. Danach besteht Gelegenheit zum Besuch des Delaware Contemporary Museum mit aktueller Ausstellung.
13. Tag (So. 08.11.): Philadelphia mit Calder Gardens, Rückflug
Von Wilmington ist es nur noch eine kurze Bahnfahrt in die Metropole Philadelphia. Wir checken aus dem Hotel aus, fahren am Morgen mit dem Zug in die zweitgrößte Stadt der US-Ostküste und geben das Gepäck am Bahnhof ab. Vom Bahnhof ist es ein nur etwa 15-minütiger Spaziergang zur neuesten Kunst-Attraktion Philadelphias: den Calder Gardens.
Erst im Oktober 2025 eröffnet, vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron und dem niederländischen Gartenkünstler Piet Oudolf entworfen, widmen sich die Calder Gardens ganz dem Werk des amerikanischen Bildhauers Alexander Calder – dem Erfinder der schwebenden „Mobiles“. Es handelt sich um eine einzigartige Melange aus Skulptur, Raum und Natur die den Besucher in Calders poetische Welt der Bewegung und Balance eintauchen lässt. Zwischen luftigen Stahlformen, sanft wiegenden Blättern und gezielt gefiltertem Licht entfaltet sich ein sinnliches Gesamtkunstwerk – ein Ort der Ruhe und Inspiration mitten in der Stadt.
Im weiteren Tagesverlauf bleibt noch Zeit für einen Bummel durch das historische Zentrum – inkl. Mittagspause im Reading Terminal Market, einer Markthalle, wo frische Lebensmittel aller Art genauso zu finden sind wie unterschiedlichste gastronomische Angebote. Wer möchte, bekommt hier ein legendäres „Philly Cheasesteak“, aber natürlich gibt es auch Burger, Bagels, Südstaatenküche oder auch einfach nur einen Kaffee.
Am Nachmittag dann Rückweg zum Bahnhof, Abholen des Gepäcks und Fahrt zum internationalen Flughafen von Philadelphia. Auch hier starten die Rückflüge nach Europa, z.B. nach London, Madrid und Dublin, am Abend.
Alternativ ist es auch möglich, die Reise individuell in Philadelphia zu verlängern. Die Stadt mit ihren beeindruckenden Kunstschätzen, insbesondere dem Philadelphia Art Museum, der Barnes Foundation und dem Rodin Museum, lässt sich problemlos auf eigene Faust erkunden.
14. Tag (Mo. 09.11.): Heimreise
Ankunft auf dem alten Kontinent, Weiterflug zu Ihrem Heimatflughafen und Heimreise.