1.Tag: Anreise – Maria Lassnig – Kirche am Steinhof
Um 09:00 Uhr starten wir von Berlin und landen bereits Viertel nach 10 Uhr in der österreichischen Hauptstadt Wien. Nach einem stärkenden Mittagsimbiss erwartet uns als Startpunkt dieser Reise ein Besuch in der Maria Lassnig Stiftung.
Seit 2015 widmet sich die Maria Lassnig Stiftung dem umfassenden Œuvre einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts. Zentrale Aufgabe der 2001 von der Künstlerin gegründeten, gemeinnützigen Stiftung ist es, das Werk Maria Lassnigs langfristig zu sichern, ihr Schaffen der Öffentlichkeit näher zu bringen und das Verständnis dafür zu vertiefen. Wir erhalten während einer Führung Einblicke in die Schausammlung der Stiftung.
Nach einer halbstündigen Fahrt nach Penzing (im 14. Wiener Bezirk) erreichen wir im Anschluss mit Otto Wagners Kirche St. Leopold am Steinhof einen der bedeutendsten Bauten Wiens und zugleich die erste moderne Kirche Europas. Wagner nahm für den Kirchenbau Anleihen bei der europäischen Architekturgeschichte, von Byzanz über das Wiener Barock bis zum Klassizismus. Die Formensprache selbst ist jedoch von historischen Vorbildern vollkommen frei, das Ornament konsequent modern. Zu den künstlerischen Höhepunkten des weiträumigen und hellen Kirchenraums zählen die Glasmosaikfenster von Koloman Moser.
Am frühen Abend Rückfahrt zum Hotel, Zimmerbezug und gemeinsames Abendessen in einem ausgewählten Restaurant.
2. Tag: Architekturführung – KHM – Leopold Museum
Wir beginnen den Tag mit einem Stadtrundgang „Wiener Melange – Alt trifft Neu in der Wiener Innenstadt“.
Das Zentrum von Wien ist UNESCO Weltkulturerbe und damit eine besondere Herausforderung für die zeitgenössische Architektur, die mit vielfältigen Interventionen – in Baulücken und Innenräumen, unterirdisch und über den Dächern – in Dialog mit der Geschichte tritt und zur Lebendigkeit der City entscheidend beiträgt. Der Weg zu den zeitgenössischen Interventionen führt über einige der schönsten historischen Plätze und Straßen Wiens. Auch die Moderne hinterließ hier Zeugen der architektonischen Erneuerung wie die Postsparkasse von Otto Wagner oder das Haus am Michaelerplatz von Adolf Loos.
Nach der Mittagspause gehen wir zurück in der Zeit und besuchen im Kunsthistorischen Museum (KHM) mit der Wiener Hofjagd- und Rüstkammer eine der vielseitigsten und bestdokumentierten Sammlungen ihrer Art.
Hier erhalten wir einen besonderen Einblick durch eine exklusive Führung mit dem Kurator Rahul Kulka.
Zu ihren Höhepunkten zählen der spätgotische Reiterharnisch Kaiser Maximilians I. von Lorenz Helmschmid, der Kinder-Faltenrockharnisch von Konrad Seusenhofer für den späteren Kaiser Karl V. und der Halbharnisch „alla romana“ von Filippo Negroli für Erzherzog Ferdinand II. von Tirol.
Unweit des KHM befindet sich mit dem Leopold Museum eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen österreichischer Kunst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Moderne. Die Ausstellung „VERBORGENE MODERNE. Faszination des Okkulten um 1900“ thematisiert in Wien erstmals in einer großen Überblicksschau die Suche nach dem Neuen Menschen, ohne dass dunkle Aspekte des magischen Denkens ausgeklammert werden.
Der Abend steht zur freien Verfügung.
3. Tag: Albertina Klosterneuburg – Abramović – Secession
Nach dem Frühstück geht es vor die Tore Wiens in die zwischen Donau und Wienerwald gelegene Stadt Klosterneuburg. Hier befand sich bis 2016 mit dem für die Kunstsammlung des Unternehmerpaares Karlheinz und Agnes Essl errichteten Museum Essl eine der größten Privatsammlungen Österreichs.
Im Februar 2017 ging die Sammlung Essl als Dauerleihgabe in den Besitz der ALBERTINA über und wird im Rahmen von Ausstellungen in der Albertina Klosterneuburg wieder zugänglich gemacht.
Die aktuelle Ausstellung „De Sculptura“ präsentiert ein Ausloten dessen, was das Thema Skulptur und Plastik heute in der Kunst und für das Museum bedeutet.
Zurück in Wien erwartet uns in der Albertina Modern mit Marina Abramović eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen, die mit ihren legendären Auftritten Kunstgeschichte geschrieben hat. Als Schwerpunkt der Präsentation werden über die gesamte Laufzeit täglich Reenactments der historischen Performances zu sehen sein. Die Performancekunst hat in Wien eine lange Tradition, mit dem Aktionismus als bekanntester Ausprägung.
Mit einem Besuch der Wiener Secession beenden wir den heutigen Tag. Die Wiener Secession ist ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst, das in der Geschichte der Moderne einzigartig ist. Hier verbindet sich ein aktuelles, in die Zukunft gerichtetes Ausstellungsprogramm mit einem Bau, dessen Architektur ikonisch für die Aufbruchsstimmung um 1900 steht. Seine Architektur ist so jung geblieben, dass sie in ihrer Funktionalität und ästhetischen Eleganz auch heute hervorragende Bedingungen für die Kunst- und Ausstel-lungspraxis bietet.
Gemeinsames Abendessen.
4. Tag: Werkbundsiedlung – MUMOK – Heimreise
Nach dem Frühstück verlassen wir nochmals den 1. Bezirk und fahren hinaus nach Lainz. Hier befindet sich mit der Werkbundsiedlung eine 1932 eröffnete Musterhaussiedlung der Moderne.
Eingeladen waren international renommierte Architekt*innen wie Gerrit Rietveld, Richard Neutra, Adolf Loos, Josef Hoffmann oder Margarethe Schütte-Lihotzky, um ihre Vision des „neuen Wohnens“ zu entwerfen.
Während eines geführten Rundgangs lernen wir die seinerzeit als „größte Bauausstellung Europas“ bezeichnete Siedlung kennen, die damals schon 100.000 Besucher angelockt hat.
Zum Abschluss lädt uns das MUMOK – Museum moderner Kunst zu einer Ausstellung ein, welche die Klassische Moderne mit der Gegenwart und die 1920er- mit den 2020er-Jahren verknüpft. „Die Welt von morgen wird eine weitere Gegenwart gewesen sein“ zeigt fünf raumgreifende Installa-tionen, die durch das gemeinsame Interesse der beteiligten Künstler*innen an Fragen der Zeit miteinander verbunden sind.
Am späten Nachmittag Transfer zum Flughafen.
Abflug in Wien 19:10 Uhr – Ankunft in Berlin 20:20 Uhr.
- Änderungen im Reiseablauf vorbehalten -