1. Tag (Do. 17.07.): Fotokunst-Sammlung der DZ-Bank und Städel in Frankfurt
Zum Auftakt der Reise treffen wir uns am Mittag gegen 13 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof, den Sie von allen Ecken Deutschlands gut erreichen. Das Gepäck deponieren wir im Schließfach und fahren dann gemeinsam mit der Straßenbahn zum Städel für eine Führung durch den 2012 eröffneten Anbau – der mittels eines architektonischen Geniestreichs unter dem Städelgarten errichtet werden konnte. Die ausgezeichnete Architektur mit zahlreichen technischen Finessen beherbergt die Kunst nach 1945. Nach der Führung bleibt Zeit für einen vertiefenden individuellen Rundgang durch die Sammlung sowie für eine Kaffeepause.
Am späten Nachmittag dann Rückfahrt mit der Straßenbahn zur Kunststiftung der DZ Bank. Die nach Bilanzsumme zweitgrößte Bank Deutschlands gehört gemeinschaftlich den Volks- und Raiffeisenbanken Deutschlands. Bei ihrer Kunstsammlung liegt der Schwerpunkt auf fotografischen Ausdrucksformen von 1945 bis zur Gegenwart. Diese nach Grafik, Malerei, Skulptur jüngste Kunstgattung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund neuer technischer Möglichkeiten enorm weiterentwickelt. Führung durch die aktuelle Ausstellung.
Gemeinsames Abendessen in einem Restaurant um die Ecke. Weiterfahrt mit der S-Bahn nach Wiesbaden, Zimmerbezug im Hotel und Gelegenheit für einen Absacker an der Hotelbar. Unser Hotel, das Premier Inn Wiesbaden City, liegt nur ca. 500m Fußweg vom Bahnhof entfernt.
2. Tag (Fr. 18.07.): Rheingau mit Burg Eltville, Kloster Eberbach und Kunstkeller
Kein Besuch in Wiesbaden ohne Abstecher ins Rheingau! Für diesen besonders malerischen Landstrich nehmen wir uns heute den ganzen Tag Zeit. Wir beginnen den Tag mit der Erkundung von Stadt und Burg Eltville. Die Altstadt bezaubert mit romantischen Fachwerkhäusern, verwinkelten Gassen und einer Promenade direkt am Rhein. Und vom Turm der Burg aus dem 14. Jahrhundert eröffnet sich ein herrlicher Blick über den Rhein, die umliegenden Weinberge und den Rosengarten direkt zu Füßen der Festung. Die Burg diente einst den Mainzer Erzbischöfen als Residenz. Heute befindet sich im Turm zudem eine Ausstellung über Johannes Gutenberg, denn der Erfinder des Buchdrucks lebte und wirkte nicht nur im nahen Mainz, sondern auch in Eltville.
Nach einer individuellen Mittagspause kurze Fahrt zum Kloster Eberbach. Dort Führung durch die ehemalige Zisterzienserabtei. Im Anschluss dann Weiterfahrt mit Bus und Bahn oder leichte Wanderung (ca. 3,5 km) durch die Weinberge zum Weingut Georg Müller. Das Weingut hat in seinen historischen Gewölben einen Kunstkeller eingerichtet. Zu sehen gibt es zeitgenössische Malerei, Skulpturen und Installationen. Kulinarischer Genuss und künstlerische Inspiration werden hier auf einzigartige Art und Weise miteinander verbunden. Denn bei einer Weinprobe kredenzt man hier die edlen Tropfen passend zu den jeweiligen Werken.
3. Tag (Sa. 19.07.): Jugendstil Teil 1, Museum Reinhard Ernst, Kunsthaus Weinstock
Wiesbaden erlebte, nachdem Kaiser Wilhelm II. die Stadt zu seiner bevorzugten Kurstadt machte, Ende des 19. Jahrhunderts einen gewaltigen Boom. Seine Präsenz lockte den europäischen Adel, wohlhabende Bürger und Prominente in die Stadt, die Wiesbaden zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt machten. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Gebäude mit prächtigen Architektur, die von Jugendstil und Historismus geprägt ist.
Gerade der Historismus spiegelt sich in den repräsentativen Bauten des 19. Jahrhunderts wider, unter anderem dem Kurhaus und dem Hessischen Staatstheater. Zahlreiche Villen wiederum entstanden in der Zeit des Jugendstils, der der Stadt bis heute eine künstlerische Eleganz verleiht. Unsere Führung bringt Sie zu zahlreichen Wohnhäusern, die mit geschwungenen Linien, floralen Mustern und ornamentalen Fassadengestaltungen beeindrucken.
Am frühen Nachmittag ist dann der Besuch im neuen Museum Reinhard Ernst geplant. Der mutige Neubau direkt an der Wilhelmstraße beherbergt die Sammlung des Unternehmers und Mäzens Reinhard Ernst. Ernst machte mit zwei Maschinenbauunternehmen ein Vermögen und sammelt seit den 70er-Jahren abstrakte Kunst. Schwerpunkte sind insbesondere der abstrakte amerikanische Expressionismus und aktuelle Kunst aus Japan.
Das Privatmuseum – der jüngste Streich in der mittlerweile an von Mäzenen und Sponsoren gestifteten Kunsttempeln reichen Museumslandschaft – lernen Sie im Rahmen einer Führung kennen.
Am späten Nachmittag geht es dann noch ins Kunsthaus Weinstock. Es handelt sich um eine Galerie, die sich in einer Privatwohnung befindet. Die 114 Quadratmeter, die von einem Sammler-Paar bewohnt werden, sind vollgestopft mit Bildern regionaler Maler – aber auch berühmter Pop Art-Künstler. Zu sehen gibt es neben einigen Arbeiten von Mel Ramos sowie diverser lokaler Künstlerinnen und Künstler auch ein paar Bilder von Andy Warhol.
Im Anschluss gemeinsames Abendessen in einem Restaurant in der Nähe.
4. Tag (So. 20.07.): Jugendstil Teil 2, Jawlensky, Neroberg, Opelbad
Neben architektonischen Jugendstil-Perlen verfügt Wiesbaden auch über eine der besten musealen Jugendstil-Sammlungen weltweit: Der Mäzen Ferdinand Wolfgang Neess hatte es sich Zeit seines Lebens zur Aufgabe gemacht, Gemälde, Möbel, Skulpturen, Schmuckstücke, Lampen, Glas und Keramik des Jugendstils zusammen zu tragen. Die beeindruckende Sammlung umfasst mehr als 500 Werke, darunter Gemälde von Franz von Stuck und Heinrich Vogeler, wertvolle Glasarbeiten von Emile Gallé, den Gebrüdern Daum und den Tiffany-Studios sowie komplette Möbelensembles von Louis Majorelle u.a.
Kurz vor seinem Tod übertrug Neess all das dem Museum Wiesbaden, das die Sammlung in einem eigens dafür freigeräumten Trakt seit kurzem präsentiert. Hier erhält man einen erstklassigen Ein- und Überblick in die Kunstproduktion des Fin de Siècle, wie er weltweit in dieser Üppigkeit und Qualität nur selten möglich ist.
Nach der Führung bleibt Zeit zur Vertiefung des Ausstellungsbesuchs und eine Snackpause im Museumscafé.
Im Anschluss widmen wir uns dem zweiten Höhepunkt des Museums Wiesbaden: der Sammlung „Klassische Moderne“ u.a. mit einer großen Fülle an Arbeiten des Expressionisten Alexej von Jawlensky (1864-1941), der die letzten zwanzig Jahre seines Lebens in Wiesbaden verbrachte.
Am Nachmittag fahren wir mit der Nerobergbahn – einer historischen Standseilbahn, die vom Gewicht eines gefüllten Wassertankes angetrieben wird, – auf die gleichnamige Anhöhe. Mit einer Höhe von 245 Meter über dem Meer hat man von oben einen schönen Blick über die Stadt. Besonderer Höhepunkt ist die russisch-orthodoxe Kirche, die der nassauische Herzog Adolph 1847-1855 als Grabeskirche für seine verstorbene Ehefrau Elisabeth Michailowna erbauen ließ. Um die Ecke befindet sich auch das sog. Opelbad, dessen Bau der gleichnamige Autoproduzent ermöglichte. Wir wollen allerdings nicht schwimmen gehen, sondern im dazugehörigen Restaurant zu Abend essen, das einen vorzüglichen Ruf genießt.
5. Tag (Mo. 21.07.): Mainz mit Chagall-Fenstern
Am Abreisetag verlassen wir am Morgen die hessische Landeshauptstadt – und widmen uns noch Mainz, der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, die direkt gegenüber auf der anderen Seite des Rheins liegt.
Mainz blickt auf mehr als 2.000 Jahre bewegte Geschichte zurück. Gegründet von den Römern und schon damals ein bedeutendes Zentrum am Rhein hatte die Stadt auch im Mittelalter als Erzbistum und Sitz der Mainzer Kurfürsten herausragende Bedeutung. Der imposante Mainzer Dom St. Martin, ein Meisterwerk der romanischen Architektur, zeugt von dieser glanzvollen Epoche. Bei einer Stadtführung durchstreifen wir die lebendige Altstadt und besuchen zum Abschluss die Kirche St. Stephan.
Hier befinden sich die berühmten Chagall-Fenster , die der Künstler Marc zwischen 1978 und 1985 gestaltete. Es handelt sich um insgesamt neun leuchtend blaue Fenster für den Chor der spätgotischen Kirche. Biblische Szenen mit jüdisch-christliche Symbole verschmelzen hier mit der unverkennbaren Bildsprache Marc Chagalls.
Am frühen Nachmittag endet unsere gemeinsame Reise, so dass Sie ab ca. 16 Uhr einen Zug für die Heimreise nehmen können. Von Mainz gibt es gute Verbindungen in alle Ecken der Republik, so dass Sie Ihren Heimatort am Abend erreichen.