1. Tag: Anreise nach Hoek van Holland
Mit dem Zug geht es von Ihrem Heimatbahnhof nach Rotterdam, wo wir uns gegen 18 Uhr am Hauptbahnhof treffen. Von dort bringt uns die Metro direkt zum Fährhafen Hoek van Holland. Nach dem Check-in, der Passkontrolle und dem Bezug der Kabinen wartet ein gemeinsames Abendessen an Bord auf uns.
Abfahrt der Englandfähre ist gegen 22 Uhr. Von der Bar auf dem Außendeck hat man einen tollen Blick auf die Hafenanlagen.
2. Tag: Cambridge mit Kettle’s Yard und Fitzwilliam Museum
Die Nachtfähre legt am frühen Morgen gegen 6 Uhr britischer Zeit an. Zum Glück haben wir aufgrund der Zeitverschiebung eine Stunde gewonnen. Da wir lieber ausschlafen wollen, buchen wir kein Frühstücksbüfett an Bord – zumal viele so früh eh noch keinen großen Appetit haben. Stattdessen nutzen wir die Gelegenheit für ein Heißgetränk und ein Croissant in der Schiffsbar.
Kurz darauf geht es auch schon an Land, wo zunächst die Einreiseformalitäten erledigt werden müssen, bevor wir mit dem Zug nach Cambridge fahren. Das Hotelbefindet sich direkt am Bahnhof. Nach der Gepäckabgabe folgt ein traditionelles „Full English Breakfast“. Wie wünschen Sie Ihre Eier? Dürfen es Würstchen oder Black Pudding sein, die britische Variante der Blut- und Grützwurst? Aber auch vegetarische oder vegane Varianten sind möglich.
So gestärkt stürzen wir uns ins Kunst- und Universitätsleben von Cambridge: Ein etwa 20-minütiger Spaziergang bringt uns zum Fitzwilliam Museum, das zu den bedeutendsten Kunstmuseen Großbritanniens zählt und Teil der Universität von Cambridge ist. Es wurde schon 1816 gegründet und beherbergt eine herausragende Sammlung von Gemälden, Skulpturen, antiken Kunstwerken, Münzen und Manuskripten. Zu den Höhepunkten gehören Werke von Tizian, Rubens, Rembrandt, Monet und Picasso sowie bedeutende Schätze aus dem Alten Ägypten und der griechisch-römischen Antike.
Anschließend Fußweg zu Kettle’s Yard, eines der außergewöhnlichsten Kunsthäuser in Cambridge. Das ehemalige Wohnhaus des Sammlers Jim Ede verbindet moderne Kunst mit einer wohnlichen Atmosphäre. Gemälde und Skulpturen von Künstlern wie Ben Nicholson und Barbara Hepworth sind harmonisch mit Möbeln, Keramiken und Alltagsgegenständen arrangiert. Heute umfasst Kettle’s Yard zudem eine moderne Galerie mit wechselnden Ausstellungen. Nach einer kurzen Kaffeepause starten wir dann am späten Nachmittag noch zu einem geführten Rundgang durch Stadt und Universität, bei der Sie alles über die Colleges und die große Rivalität mit Oxford erfahren.
Der Abend steht zur freien Verfügung.
3. Tag: Fotostopp Ely Cathedral, Houghton Hall und Hansestadt King‘s Lynn
Am Morgen geht es mit einem Kleinbus in Richtung Norden. Auf dem Weg zum Anwesen von Houghton Hall mit ihrem spektakulären Skulpturenpark legen wir einen Fotostopp an der Kathedrale von Ely ein. Die ab 1083 erbaute Kirche ist aufgrund ihrer markanten Lage auf einer leichten Anhöhe schon von weitem zu sehen – und wird deswegen als „Ship of the Fens“ – das Schiff der Moore – bezeichnet.
Nach kurzer Außenbesichtigung geht es weiter zu Houghton Hall. Das prachtvolle Anwesen in der Grafschaft Norfolk gehört zu den bedeutendsten barocken Landsitzen Englands. Im 18. Jahrhundert für den britischen Premierminister Sir Robert Walpole errichtete, beeindruckt es mit seiner prachtvollen Architektur und weitläufigen Parklandschaft. Ein Höhepunkt ist der Skulpturengarten, in dem monumentale Werke international renommierter Künstler wie James Turrell, Tony Cragg, Richard Long, Rachel Whiteread und anderer harmonisch in die historische Gartenanlage integriert sind. Jedes Jahr wird auf dem weitläufigen Gelände zudem das Werk eines großen Bildhauers bzw. einer großen Bildhauerin präsentiert. Seit 2015 waren dies u.a. Damien Hirst, Anish Kapoor, Tony Cragg, Sean Scully, Antony Gormley, Magdalene Odundo und Stephen Cox. Im Jahr 2026 ist diese Jahresausstellung Lynn Chadwick gewidmet. Wer 2027 präsentiert werden wird, steht noch nicht fest.
Für Houghton Hall nehmen wir uns den halben Tag Zeit, bevor wir am Nachmittag ins nahe King‘s Lynn weiterfahren – eine der ältesten Hafenstädte Englands. King‘s Lynn blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück und unterhielt einst enge Beziehungen zur Hanse. Noch heute zeugen zahlreiche gut erhaltene Kaufmannshäuser, Lagergebäude und Kirchen vom einstigen Wohlstand. Bei einem geführten Rundgang durchstreifen wir die historischen Gassen, das pittoreske Hafenviertel und hören von der Geschichte des Hanse-Erbes des reizvollen Städtchens, bevor wir den Tag beim gemeinsamen Abendessen in einem Pub ausklingen lassen. Danach Rückfahrt mit dem Bus oder der Bahn nach Cambridge.
4. Tag: Norwich mit Sainsbury Art Center
Heute geht es mit dem Zug nach Norwich, der Hauptstadt der Grafschaft Norfolk. Am Rand der Stadt befindet sich das Sainsbury Centre for Visual Arts, einer der bedeutendsten Kunstorte Ostenglands.
Auf dem Campus der University of East Anglia gelegen verbindet es eine außergewöhnliche Sammlung von international bedeutenden Künstlern mit moderner Architektur: Das Gebäude von Sir Norman Foster wirkt offen, klar und fast industriell. Besonders reizvoll ist der Skulpturenpark, der sich über rund 100 Acres, also 40 Hektar, in eine größere Parklandschaft einfügt. Zwischen Wiesen, alten Bäumen, moderner Universitätsarchitektur und dem Yare-Tal begegnet man Werken von Künstlerinnen und Künstlern wie Henry Moore, Elisabeth Frink, Antony Gormley und Lynn Chadwick. Hierfür nehmen wir uns den halben Tag Zeit, bevor es mit dem Linienbus zurück in die Stadt geht.
Das historische Zentrum von Norwich begeistert mit seiner gut erhaltenen Altstadt. Kleine Gassen, traditionelle Märkte und gemütliche Pubs verleihen Norwich einen besonderen Charme. Nach dem Stadtrundgang gönnen wir uns dann noch einen Afternoon Tea, bei dem traditionellerweise nicht nur ein Heißgetränk, sondern Sandwiches und Süßgebäck serviert werden. Die Gastro-Szene in Norwich ist erfrischend kreativ – und je nach gewählter Location hat diese Mahlzeit einen indischen oder italienischen Hauch. Noch haben wir uns nicht entschieden…
Am Abend dann Rückfahrt mit dem Zug nach Cambridge.
5. Tag: Henry Moore Studios & Gardens in Perry Green
Nach dem Frühstück Check out aus dem Hotel und Fahrt mit dem Reisebus nach Perry Green. Hier ließ sich Henry Moore im Jahr 1941 nieder. Und hier nehmen wir uns reichlich Zeit für den rund 25 Hektar großen Skulpturengarten der Henry Moore Foundation, die Studioräume – und Hoglands, das ehemalige Haus des Künstlers. Tauchen Sie ein in Leben und Werk des vielleicht wichtigsten britischen Künstlers der Moderne und genießen Sie den schönen Park. Gelegenheit zur Mittagspause im Café der Foundation – oder auch im gemütlichen Inn auf der Straßenseite gegenüber.
Am späten Nachmittag Weiterfahrt nach London, wo wir im Stadtteil Kings Cross unser Hotel für die nächsten beiden Nächte beziehen. Es ist Samstagabend! Ihr Reiseleiter nimmt Sie bestimmt mit in den Pub. Oder vielleicht gibt es auch ein besonderes Kunstevent? Das Storehouse, also das Schaudepot des Victoria & Albert Museums im Osten der Stadt ist samstags bis 22 Uhr geöffnet!
6. Tag: Monet in London und Sunday Roast
In der ersten Jahreshälfte 2027 widmet sich die Tate erstmalig mit einer Sonderausstellung exklusiv dem Werk des Impressionisten Claude Monet. Unter dem Titel „Painting Time“ – also: die Zeit malen – vereint die Ausstellung erstklassige Leihgaben aus der ganzen Welt, darunter selten der Öffentlichkeit zugängliche Bilder aus Privatsammlungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Monet den Verlauf der Zeit malerisch sichtbar machte – durch wechselndes Licht, Wetter, Tages- und Jahreszeiten sowie die fortlaufende Veränderung der Landschaft. Diese Ausstellung zählt sicher zu den großen Höhepunkten im Kunstkalender 2027.
Im Anschluss schlendern wir über die Millenium Bridge und weiter die Themse abwärts, vorbei am Tower of London. Immer im Blick dabei die City mit ihren Wolkenkratzern – genauso wie die Tower Bridge, über die wir dann erneut die Themse überqueren werden, bevor wir durch die Shad Thames, eine historische Uferstraße schlendern, von gewaltigen Backsteinspeichern eingesäumt. Die Speicher, durch markante eiserne Fußgängerbrücken miteinander verbunden, dienten einst der Lagerung von Tee, Kaffee, Gewürzen etc. Heute befinden sich hier Wohnungen, Galerien und Restaurants. Hier wollen wir dann auch einer weiteren englischen kulinarischen Tradition nachkommen: dem Sunday Roast – einst das festliche Familienessen nach dem Kirchgang, heute beliebter Anlass für geselliges Beisammensein mit Braten, Bratkartoffeln, saisonalem Gemüse, Yorkshire Pudding und einer kräftigen Soße. Selbstverständlich sind in Cool Britannia aber längst auch vegetarische oder vegane Varianten möglich.
7. Tag: Rückfahrt durch den Kanaltunnel
Nach dem Frühstück Transfer mit Linienbus oder U-Bahn zum Bahnhof St. Pancras, wo die Eurostar-Züge nach Brüssel und Paris abfahren. Von dort dann Weiterfahrt zu Ihrem Heimatbahnhof.